Heute: Das iberische Derby in Porto

21. April 2004, 22:45
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Launische Diva La Coruna reist mit dem Bus zum Nachbarschaftsduell beim FC Porto

Porto - Die iberische Fußball-Halbinsel steht am Mittwoch ganz im Zeichen des Champions-League-Halbfinales FC Porto - Deportivo La Coruna (20:45 Uhr/live Premiere). Im Nachbarschaftsduell Portugal - Spanien will der in Windeseile zu einer europäischen Fix-Größe gereifte FC Porto (UEFA-Cup-Sieger 2003) einen Prestigeerfolg feiern und gleichzeitig zum ersten Mal seit 1987 ins Meistercup- bzw. Champions-League-Finale einziehen.

Die Euphorie rund um Porto, in der Vorsaison Meister, Cupsieger und UEFA-Cup-Sieger, ist groß. "Wenn wir es ganz nüchtern sehen, ist der FC Porto der Favorit auf den Champions-League-Sieg", schreibt etwa das Sportblatt "A Bola" überschwänglich. Die "Drachen", die in Europa jahrelang kaum mehr als ein Außenseiter waren, entfachen in ganz Portugal eine Fußball-Begeisterung, noch bevor die Heim-EM 2004 begonnen hat.

Die Champions League als Zugabe

"Wir haben die portugiesische Meisterschaft fast sicher, da ist die Champions League für uns nur eine Zugabe", versucht Porto-Trainer Jose Mourinho die Euphorie zu dämpfen. Für den Gegner La Coruna, der zum Hinspiel in der EM-Eröffnungs-Arena antritt, ist die europäische Elite-Liga alles andere als eine Kür. Die Galizier sehen in der Champions League ihre letzte Titelhoffnung.

Zum Duell mit dem "Nachbarn" reisen sie mit dem Bus an - ein Kuriosum in den europäischen Wettbewerben. Doch Porto liegt nur 200 km von La Coruna entfernt. "Depor" entwickelte sich seit dem Wechsels seines Torjägers Roy Makaay zum FC Bayern München zu einer launischen Diva. An schlechten Tagen verlieren die Spanier 3:8 gegen AS Monaco oder 1:4 gegen Milan, an guten gewinnen sie 1:0 bei Juventus Turin oder 4:0 gegen Milan.

Kein Verlass auf Wunder

Auf ein neues Fußball-Wunder wie jenes gegen Milan nach 1:4 im Hinspiel will sich La Coruna diesmal nicht verlassen. "Wir spielen in Portugal auf Sieg, mein Wunschresultat lautet 1:0 für La Coruna. Aber wenn wir so wie gegen Valladolid spielen, dann werden wir mit einem Sack voll Gegentoren nach Hause kommen", warnt La Coruna-Coach Javier Irureta.

Dem FC Porto, im Vorjahr im UEFA-Cup Bezwinger der Wiener Austria, sind hingegen Leistungskapriolen scheinbar fremd. "Die Drachen gehen lieber auf Tiefflug und lauern beharrlich auf ihre Beute", schreibt die Zeitung "La Voz de Galicia". Das Erstaunliche am märchenhaften Aufstieg ist, dass Porto ohne Superstars auskommt. Der eigentliche Star ist der Trainer. Mourinho gilt als der Vater des Erfolgs und dürfte der meistbegehrte Coach in Europa sein. In England wird er von Top-Klubs der Premier League umworben, in Spanien gilt er als Kandidat für die Nachfolge von Carlos Queiroz bei Real Madrid.(APA/dpa/Reuters)

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