Keine NS-Entschädigung für früheren DDR-Verteidigungsminister

22. April 2004, 11:19
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Von Wehrmacht desertiert und zur Roten Armee übergelaufen

Köln - Der frühere DDR-Verteidigungsminister Heinz Keßler bekommt kein Geld aus einem Fonds für desertierte Soldaten der NS-Wehrmacht. Das Verwaltungsgericht Köln wies die Entschädigungsklage des 84-Jährigen am Mittwoch ab.

Zur Begründung erklärte das Gericht, Keßler könne nicht nachweisen, dass er als Deserteur verurteilt wurde. Aus dem Fonds der deutschen Regierung werden Wehrmacht-Deserteure entschädigt, die im Zweiten Weltkrieg wegen Fahnenflucht verurteilt wurden.

Keßler war zu Beginn des Hitler-Feldzugs gegen die Sowjetunion 1941 zur Roten Armee übergelaufen. Das spätere Politbüro-Mitglied der DDR-Staatspartei SED wurde 1993 wegen der Todesschüsse an der innerdeutschen Grenze zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. (APA/dpa)

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