Bush und Powell danken Bulgarien und Slowakei für weiteren Einsatz

21. April 2004, 13:53
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Dankesbriefe an Regierungschef Dzurinda und Außenminister Kukan - Sofia will Truppen aber nicht aufstocken

Sofia/Preßburg - US-Außenminister Colin Powell hat Bulgarien für den weiteren Einsatz von 450 Soldaten im Irak gedankt. In einem Telefongespräch mit dem bulgarischen Außenminister Solomon Passi habe Powell am Montagabend den Beitrag Bulgariens im Irak und die "verantwortungsvolle Regierungspolitik" gewürdigt, teilte das bulgarische Außenministerium am Dienstag in Sofia mit. Powell hatte am Montag auch Rumänien dafür gedankt, dass es seine Soldaten im Irak belässt.

Die Solidarität der Koalitionskräfte sei notwendig, damit "die Stabilität und der Wiederaufbau des Irak auf einer demokratischen Grundlage" erreicht werden könne, sagte Powell nach Angaben des Ministeriums. Am vergangenen Freitag hatte sich auch US-Präsident George W. Bush für den weiteren Irak-Einsatz des Balkanlandes bei Staatspräsident Georgi Parwanow bedankt. Bulgarien strebt derzeit die Einrichtung von US-Militärstützpunkten auf seinem Staatsgebiet an.

Bulgarien will Truppen nicht aufstocken

Bulgarien will angesichts des Abzugs der spanischen Truppen aus dem Irak keine weiteren Soldaten entsenden. Der Abzug Spaniens bedeute "in keiner Weise", dass Bulgarien zusätzliche Soldaten in den Irak schicken werde, sagte der bulgarische Ministerpräsident Simeon Sakskoburggotski am Dienstag in Sofia. Er "sehe auch nicht", warum die Funktionen des bulgarischen Kontingents im Irak verändert werden sollten. "Wir sind konsequent, erwägen die Dinge vorsichtig", sagte Sakskoburggotski.

Es gebe "Erwartungen und Hoffnungen", dass die Vereinten Nationen im Irak eingeschaltet werden und es zu einer UNO-Resolution kommen werde, meinte Sakskoburggotski. Zu einem Verbleiben des bulgarischen Militärkontingents im Irak ohne eine UN-Resolution sagte er: "Lasst uns zunächst sehen, was geschehen wird". Auch slowakische Soldaten bleiben im Irak

Im Gegensatz zum spanischen Truppenabzug werden die derzeit im Irak stationierten slowakischen Soldaten nicht abberufen. "Wir halten die Entscheidung von Spanien, den Irak zu verlassen, nicht für glücklich. Ein Rückzug der slowakischen Militäreinheit wäre unverantwortlich gegenüber den Bürgern des Irak", sagte Juraj Tomaga, der Sprecher des Preßburger Außenministeriums. Auch der künftige slowakische Präsident Ivan Gasparovic sprach sich für einen Verbleib der Pioniereinheit im Irak aus.

Vor der Präsidentschaftswahl waren Gasparovic und seine außerparlamentarische Partei, Bewegung für Demokratie (HZD), der Stationierung slowakischer Soldaten im Irak eher kritisch gegenüber gestanden.

Dankesbrief aus Washington

Lobende Worte für den Verbleib der Slowaken fanden unterdessen US-Präsident George W. Bush und Außenminister Colin Powell. In Briefen an Ministerpräsident Mikulas Dzurinda und Außenminister Eduard Kukan bedankten sie sich für die Unterstützung und die Entschlossenheit bei der Umsetzung von Stabilität und Demokratie im Irak, hieß es am Dienstag aus dem Regierungsamt.

Die 105 Slowaken starke Pioniereinheit ist im polnischen Sektor tätig. Die Soldaten sind vor allem für die Entminung zuständig. (APA/dpa)

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