UNO-Gesander Brahimi zuversichtlich: "Italienische Geiseln bald frei"

21. April 2004, 09:49
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"Es gibt Gründe, um auf ein rasches Ende der Geiselnahme zu hoffen" - Berlusconi unter Druck

Rom - Der Sondergesandte der UNO für den Irak, Lakhdar Brahimi, ist zuversichtlich, dass die drei italienischen Geiseln in den Händen irakischer Aufständischen bald befreit werden könnten. Nach einem Treffen mit dem italienischen Senatspräsidenten Marcello Pera am Dienstag in Rom betonte Brahimi: "Es gibt Gründe, um auf ein rasches Ende der Geiselnahme zu hoffen", betonte der UNO-Gesandte. Vorige Woche war am Mittwoch einer der vier italienischen Geiseln, Fabrizio Quattrocchi, hingerichtet worden.

"Wir sind zuversichtlich, dass es bei den Verhandlungen zu einer positiven Wende kommen wird", versicherte Außenminister Franco Frattini im telefonischen Gespräch mit den Familien der Geiseln. Mehr über den Stand der Verhandlungen wollte der Minister aber nicht bekannt geben. Staatschef Carlo Azeglio Ciampi plädierte erneut für die Befreiung der Geiseln. "Ich hoffe, dass unsere Mitbürger so bald wie möglich wieder nach Hause zurückkehren können", sagte Ciampi, der sich mit den Familien der drei Entführten in Verbindung hielt.

Berlusconi unter Druck

Der Beschluss der neuen Regierung in Madrid, die spanischen Truppen aus dem Irak abzuziehen, setzt den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi inzwischen weiterhin stark unter Druck. Die Linksdemokraten forderten Berlusconi auf, vor dem Parlament über die künftige Irak-Strategie zu berichten, die die Regierung im Irak einnehmen will. "Entweder die Vereinten Nationen übernehmen die Verantwortung über den Irak oder es besteht kein Grund, weshalb italienische Truppen weiterhin in diesem Land stationiert sein sollten", meinte der Chef der Linksdemokraten (DS, stärkste Oppositionspartei), Piero Fassino.

Die Grünen, die Altkommunisten und die PDCI (Italienische Kommunisten), die seit jeher stark pazifistische Positionen vertreten, verlangen, dass Italien nicht bis zum Ende der Mission am 30. Juni warten soll, um seine Truppen abzuziehen. "In der jetzigen Lage sollten unsere Soldaten keinen Tag länger im Irak bleiben", betonte der Sprecher der Grünen, Alfonso Pecoraro Scanio. (APA)

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    Laut dem UNO-Sondergesandte für den Irak gehen die Gespräche um die Befreiung der italienischjen Geiseln weiter. Über den Stand der Verhandlungen wollte er allerdings nichts verraten.

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