Neuer Darmkrebstest aus Innsbruck

23. April 2004, 13:00
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Krebszellen anhand von Veränderungen der DNA im Stuhl aufgespürt

Innsbruck - Wissenschafter der Medizinischen Universität Innsbruck haben einen Test entwickelt, der in Stuhlproben Krebszellen anhand von Veränderungen der DNA aufspüren kann. Die Ergebnisse der Untersuchung könnten eine neue, exakte und weniger invasive Methode zur Feststellung von Darmkrebs darstellen, teilte die Universität am Dienstag mit.

Das Kolorektalkarzinom zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen in den Industrieländern. Eine frühe Erkennung der Krankheit würde das Sterberisiko deutlich reduzieren. Derzeit würden verschiedene Methoden zur Diagnose bereitstehen, sie seien jedoch entweder unangenehm für den Patienten oder nicht spezifisch oder empfindlich genug, teilten die Wissenschafter mit. In der Entstehung des Kolorektalkarzinoms komme es zu einer Reihe von genetischen Veränderungen. Da ständig Darmzellen mit dem Stuhl ausgeschieden würden, sei es möglich, dort auch Tumorzellen nachzuweisen.

Veränderungen in der DNA-Methylierung

Die Innsbrucker Mediziner rund um Univ.-Prof. Martin Widschwendter von der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Hannes M. Müller von der Klinischen Abteilung für Allgemein- und Transplantationschirurgie untersuchten, ob Patienten mit Kolorektalkarzinom durch die Analyse von Stuhlproben auf Veränderungen in der DNA-Methylierung erkannt werden können. Diese Form der genetischen Veränderung, die bei Kolorektal-Krebszellen häufig vorkomme, könne mit der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) nachgewiesen werden. So konnten die Wissenschafter die vielversprechendsten DNA-Methylierungsmarker in einer langen Liste von Genkandidaten aufspüren. Anschließend untersuchten sie diese potenziellen Marker mit Hilfe von Proben aus zwei Patientengruppen und einer gesunden Kontrollgruppe, zusammengenommen 49 Personen.

Ein Gen, das als SFRP2 bekannt ist, war laut Angaben der Wissenschaftler in der DNA aus Stuhlproben von Patienten mit Kolorektalkarzinom häufiger methyliert als in Proben von gesunden Personen. SFPR2-Methylierung könnte daher ein nützlicher Marker beim Screening auf Kolorektalkrebs sein. "Soweit uns bekannt ist, stellt die SFPR2-Methylierung neben Mutationsanalysen und Proteinanalysen einen der empfindlichsten Marker zur Identifizierung von Kolorektalkarzinomen aus Stuhlproben dar", sagte Müller. Ob mehrere genetische und epigenetische Marker dazu verwendet werden könnten, Kolorektalkarzinome schon in einem frühen Stadium aus Stuhlproben zu identifizieren, müsse noch untersucht werden. (APA)

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