Die Achillesferse von Linux

29. April 2004, 13:45
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"Für die breite Hardware-Unterstützung ist Windows immer noch viel besser als Linux"

Wo ist Linux besser? Wo Windows billiger? Und warum steigen nicht einfach alle User auf Apple um? Fragen über Fragen, die aus den unterschiedlichen Lagern der Betriebssystem-Fangemeinden immer wieder aufgeworfen werden. Nachdem erst kürzlich eine Artikel mit dem Titel Die fünf fundamentalen Probleme bei Open Source für heftige Gespräche sorgte, komm nun schon die nächste Kritik an Linux.

Die Achillesferse von Linux

In der Online-Ausgabe der InformationWeek veröffentlichte Fred Langa einen Artikel mit dem Titel Linux's Achilles' Heel. Darin widmet sich der Autor einer Problematik, die Microsoft schon in Windows 95 beheben konnte, Linux aber - seiner Meinung nach - bis heute nicht in den Griff bekommt: eine gute Unterstützung für die gängigen Soundkarten.

Windows 95 besser als heutige Linux-Distros?

Für Langa zieht sich das Problem der mangelnden Hardware-Unterstützung durch alle gängigen Linux-Distributionen, weshalb er seinen Artikel auch nicht auf eine spezielle Version festgelegt verstanden will. Langa startet mit einem Beispiel aus seiner Linux-Erfahrung und berichtet von der Unmöglichkeit seiner Distribution eine Soundkarte zu unterstützen. Zwar sei der Sound mit Hilfe von ALSA (Advanced Linux Sound Architecture) doch irgendwann schließlich zu hören gewesen, aber nur bis zum Neustart - dann waren die Geräusche wieder weg. Daraufhin instalierte Langa sein komplettes System neu - vier Mal insgesamt - suchte nach Lösungen im Usenet und in den FAQs um schließlich die kostenpflichtige Hotline des Distributors anzurufen - bei der beschriebenen Linux-Distribution handelte es sich um ein kommerzielles Produkt, das laut Langa gleich viel wie ein Windows XP Upgrade gekostet hat. Das Problem lies sich dennoch nicht beheben. Langa ortet darin aber kein Support-Problem oder einen speziellen Fehler eines Distributors sondern von Linux im Allgemeinen.

Die Lösungsversuche

Im Usenet erhielt Langa übrigens den Tipp "downgrade the hardware" - was ihm nicht sonderlich hilfreich erschien, da er ja die Vorteile seiner neuen Soundkarte nutzen wollte. Mit Hilfe der virtual PC-software von VPC Software probierte Langa dann alle Windows-Versionen durch, um zu sehen wann Windows die Soundkarte nicht mehr unterstützen würde - erst nach Windows 95 war Schluss.

Ein gängiges Problem

Für den Autor ist das Problem einer funktionierenden Sound-Unterstützung ein gängiges bei Linux - man solle in die diversen Foren schauen - empfiehlt Langa. Zum Abschluss seines Artikels kommt Langa zu folgendem Ergebnis: "Ich denke diese Episode zeigt, dass Linux noch immer einige große Schwächen aufweist, die in Windows schon vor einer Dekade geschlossen werden konnten. Für die breite Hardware-Unterstützung ist Windows immer noch besser als Linux. Das ist keine Spinnerei, sondern ein nachweisbares Faktum". Zur Ehrenrettung von Linux sei erwähnt, dass mit dem Linux-Kernel 2.6 gerade in der Unterstützung von Hardware und der Soundproblematik einiges erreicht wurde, allerdings war dieses Problem bis zu diesem Zeitpunkt sicher kein verleugenbares.(red)

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