Jordanischer König Abdullah II verschiebt Treffen mit Bush

20. April 2004, 09:23
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Grund: "Wende" der amerikanischen Nahostpolitik

Amman - Wegen der Wende in der amerikanischen Nahostpolitik hat der jordanische König Abdullah II ein Treffen mit US-Präsident George W. Bush kurzfristig verlegt. Das teilte das Königshaus in Amman am späten Montagabend mit. Abdullah II gilt als einer der gemäßigten Staatsführer im Mittleren Osten. Das Treffen war für Mittwoch geplant und soll jetzt in der ersten Maiwoche stattfinden.

In der Mitteilung hieß es, das Treffen werde verlegt, bis Diskussionen und Beratungen mit den Repräsentanten der amerikanischen Regierung geführt seien, um die amerikanische Position im Friedensprozess und bei den angestrebten Verhältnissen in den palästinensischen Gebieten zu klären. Dies sei angesichts der jüngsten Äußerungen von Vertretern der amerikanischen Regierung notwendig geworden.

Die USA hatten kürzlich ihre Unterstützung für die neuen israelischen Siedlungspläne deutlich gemacht. Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon will zwar den Gazastreifen komplett räumen, aber an mehreren Siedlungen im Westjordanland festhalten. Zudem lehnt er eine Rückkehr palästinensischer Flüchtlinge in das israelische Kernland ab.

Erst in der vergangenen Woche hatte Abdullah II bei einer Rede in San Francisco seine Besorgnis über den Hass auf die USA in der arabischen Welt ausgedrückt und den Nahostkonflikt als größtes Hindernis für einen von Terrorismus und islamischem Extremismus befreiten Mittleren Osten genannt. (APA/AP)

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