Acht Tote bei Häftlingsrevolte in Brasilien

21. April 2004, 09:43
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Insassen nehmen 170 Geiseln

Rio de Janeiro - Mindestens acht Häftlinge sind bei einer Gefängnisrevolte in Brasilien von Zellenkollegen getötet worden. Wie Medien unter Berufung auf die Behörden berichteten, hielten die Insassen der Anstalt "Urso Branco" in Porto Velho im Teilstaat Rondonia Montag Nachmittag (Ortszeit) außerdem rund 170 Geiseln fest. Bei den Geiseln handle es sich vorwiegend um Verwandte der Insassen, die seit der Besuchszeit Sonntag Abend festgehalten würden, sowie um Wachpersonal.

Der stellvertretende regionale Sicherheitsbeauftragte Renato de Souza bezeichnete die Situation als "sehr besorgniserregend". "Im Innern des Gefängnisses ist alles außer Kontrolle", sagte er. Die Polizei könne wegen der chaotischen Situation nicht in das Gebäude gelangen.

Ablöse des Anstaltsleiters gefordert

Die Nachrichtenagentur der Zeitung "O Globo" berichtete, dass Häftlinge einen Insassen auf dem Dach der Anstalt "vor den Augen der Öffentlichkeit zerstückelt" hätten. Außerhalb der Anstalt hätten empörte Angehörige von Insassen den Landesstaatsanwalt Jose Vitach lynchen wollen. Polizisten hätten Vitach gerettet.

"Urso Branco" beherbergt rund 1400 Häftlinge. Die Anführer der Revolte fordern den Angaben zufolge unter anderem die Ablösung des Anstaltsleiters sowie die Genehmigung zur Benutzung von Mobiltelefonen. Weshalb die Aufständischen Zellenkollegen angriffen, wurde nicht bekannt. (APA/dpa)

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