Edelstahleingang zum Schlosspark

25. April 2004, 21:27
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Portierloge am Meidlinger Tor in Schönbrunn eingeweiht: Geschwungenes Gebilde von Michael Embacher

Wien - Die Umgebung von Schloss Schönbrunn gleicht vielerorts einer Gerümpelhalde. Am Meidlinger Tor, bisher ein Geheimtipp für Parkplatzsuchende, wurde nun aufgeräumt. Am Montag präsentierten Wolfgang Kippes und Franz Sattlecker, Geschäftsführer der Schönbrunner Kultur- und Betriebsgesellschaft (SKB), ein neues Eingangsbauwerk.

Das geschwungene Gebilde ist halb Kunst, halb Portierhäuschen. Überlegungen, wie Verkehrsstauungen an dieser Stelle vermieden werden können, waren der Anlass für den Neubau und bestimmten seine Form, die den Kurvenradius von LKWs nachzeichnet. Entwurf und Ausführung lagen in den Händen von Michael Embacher.

Bereits bei einem früheren Projekt, dem Salettl am Kronprinzengarten, hatte der Designer Embacher mit einer Rekonstruktion aus Edelstahlblechen einen Hauch von Gegenwart ins Weltkulturerbe hineingetragen. Seine Rekonstruktion des Gartenhäuschens wurde im vergangenen Jahr mit dem Loos-Preis für Architektur und Design ausgezeichnet. Das gab den Ausschlag, ihn auch am Meidlinger Tor zu beauftragen.

In die Blechwand, die haarscharf neben die Blickachse der anschließenden Allee gestellt wurde, ließ Embacher ein Zitat Robert Musils hineinfräsen: "Der Garten ist eine Kunstnatur." Mit den Jahren soll Efeu die Wand überwuchern.

Bedenken vonseiten der Denkmalpflege gab es keine. Die zuständige Bundesbehörde folgte der Argumentation der SKB, dass "moderne Funktionen nur mit modernen Mitteln ausgedrückt werden können", so Geschäftsführer Kippes.

Nur geht die Schriftwand über das Notwendige weit hinaus. Als Architektur "passt" sie, wirkt aber im Vergleich mit zeitgenössischer öffentlicher Kunst recht bieder. (DER STANDARD, Printausgabe, 20.4.2004)

Von
Oliver Elser
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