Jung, urban, professionell und durstig

19. April 2004, 20:01
posten

"Bier für Frauen": Konversationsstück im Wiener WUK, bündelt einen der postmodern indefiniten Befindlichkeit gewidmeten Redeschwall kapitelweise

Ein Konversationsstück, das der nicht ausschließlich nach Belustigung dürstenden jungen urbanen, professionellen Zeitgenossin auf den Leib geschrieben ist: Felicia Zeller, aus Baden-Württemberg gebürtige junge Dramatikerin, hat in Bier für Frauen einen der postmodern indefiniten Befindlichkeit gewidmeten Redeschwall kapitelweise gebündelt ("Kein Spaß", "Bier find ich blöd" oder "Ruf mal an"). Regisseurin Katrin Schurich hat selbigen auf drei Stimmen verteilt: Hille Beseler, Julia Höfler und Katharina Schwarz hocken auf Vollplastikstühlen in einer damit markierten Bar und plaudern. Über die Anzahl der Männer, die sie schon hatten, ob sie mit Leonhard Cohen würden, über das Chaotische in der Gesellschaft und ob die Größe was ausmacht. Dazwischen treibt belebende Musik von Julio Iglesias und Roberto Blanco den Text weiter ans unbestimmbare Ende.

Der Theaterabend ist demnach nicht wesentlich interessanter als ein Abend auf (oder neben) Vollplastikstühlen mit Zeitgenossen. Das kann genügen. Es genügt aber maximal nur bis zu jenem Punkt, an dem der Ton ins Geplapper kippt. Und den erreicht die im Barraum des Großen Saals angesiedelte Vorstellung mitunter auch. (afze/DER STANDARD, Printausgabe, 20.4.2004)

WUK
1090 Wien
Währinger Str. 59
20:30 Uhr
01/40 121-0
Termine:
Di 20., Mi 21., Fr 23. und So 25. April 2004 Special am Mi 21. April:
Im Anschluss an dei Vorstellung stellt die Autorin Felicia Zeller (Jahrgang 1970) die Landessexklinik Baden-Württemberg vor und liest ein oder zwei neue Texte.
  • Artikelbild
    foto: wuk
Share if you care.