Nach Fall Christian Schulung für Gerichtsvollzieher

20. April 2004, 20:42
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Thema: "Kindesabnahme zwischen Kindeswohl und Kooperation"

Wien - Die Gerichte ziehen nun offenbar die Lehren aus dem Obsorge-Streit um das Salzburger Scheidungskind Christian, der im Jänner Österreich bewegte: In der Justizschule Schwechat eröffnete der Präsident des Oberlandesgerichts Wien (OLG) am Montag eine Fortbildungsveranstaltung für Gerichtsvollzieher, die dem Thema "Kindesabnahme zwischen Kindeswohl und Kooperation" gewidmet ist. Im Zuge des Falles waren Exekutoren in die Kritik geraten, die den Buben "mit angemessener Gewalt" zu seiner Mutter bringen sollten.

Vor den Kameras und den Mikrofonen von verständigten Medienvertretern wehrte sich der Bub mit Schlägen und Schreien, ins Auto zu steigen. Die Gerichtsvollzieher, die auf Anordnung des Bezirksrichters handelten, gingen dabei ziemlich grob vor. Heftige Diskussionen in ganz Österreich folgten.

"Die große Verunsicherung bei den Gerichtsvollziehern, aber auch bei den Richtern, hat den Präsident des Oberlandesgerichtes Wien, Harald Krammer veranlasst, für 22 Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher des Oberlandesgerichtssprengels Wien im Rahmen eines Seminars die Probleme und Fragen in Gesprächen mit Fachleuten zu erörtern und dadurch den mit dieser Aufgabe betrauten Gerichtsorganen Hilfestellung zu geben", so das OLG in einer Aussendung. (APA)

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