Deutsche Kulturstaatsministerin Weiss für fernsehfreien Tag

19. April 2004, 20:30
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Vorschlag von Ex-Bundeskanzler Schmidt vor 25 Jahren aufgegriffen

Die deutsche Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) hat sich für einen fernsehfreien Tag pro Woche ausgesprochen und damit einen Vorschlag von Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) vor 25 Jahren aufgegriffen. Ein solcher Tag, den man der Kultur schenke, wäre "ein Gewinn für uns alle", sagte Weiss am Montag nach einem vorab verbreiteten Redetext bei einem Festakt in Berlin zum 20-jährigen Bestehen des Fernsehsenders 3sat. Sie würdigte den Sender als "eine letzte Bastion der Hoffnung auf Vernunft und unterhaltenden Erkenntnisgewinn".

"Eine Art Solidarpakt zwischen dem Fernsehen und den Künsten"

"Das wäre eine Art Solidarpakt zwischen dem Fernsehen und den Künsten, eine Kulturquote für die Gesellschaft. Fernsehen, um abzuschalten - in dieser Deutungsvariante ist TV als Freizeitgestaltung noch nicht mal ansatzweise erfasst." Weiss appellierte an die Verantwortung des Fernsehens gegenüber der Gesellschaft. "Kultur im Fernsehen darf und muss daher auch kein Minderheitenprogramm sein." Gegenüber den "Verseichtungsattacken, die uns das werbefinanzierte Fernsehen beschert hat", sei das öffentlich-rechtliche Fernsehen "ein Ort der unterhaltenden Aufklärung".

Der Kulturauftrag bleibe die Existenzberechtigung für den gesamten öffentlich-rechtlichen Rundfunk, betonte die Staatsministerin. Nur mit der Erfüllung dieses Auftrages ließen sich Bestrebungen auf europäischer Ebene abwehren, die Finanzierung von ARD und ZDF als unzulässige Beihilfen einzustufen und somit den öffentlich-rechtlichen Rundfunk als Ganzes in Frage zu stellen. (APA/dpa)

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