Deutsche Fonds in Kauflaune

27. April 2004, 14:23
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Verkauf von Saturn Tower und T-Center brachte 320 Millionen Euro

Wien - Die Wiener Büroimmobilien Saturn Tower und T-Center wurden vom deutschen Immobilienfonds GAF GENO Asset Finance, einem Gemeinschaftsunternehmen der Citigroup und der deutschen Genossenschaftszentralbanken DZ Bank und WGZ-Bank, übernommen. Der Kaufpreis für beide Immobilien, über den offiziell keine Angaben gemacht werden, beträgt 320 Mio. Euro. Davon entfallen drei Viertel auf das voll vermietete T-Center. Die Rendite beträgt knapp über sechs Prozent.

Der Saturn Tower, der derzeit in Bau ist und zum Jahresende fertig wird, ist derzeit zu 30 Prozent an IBM und die Beraterfirma Avi-Tech vermietet. Steigt der Vermietungsgrad, erhöht sich auch der Verkaufspreis. Zum Vergleich: Der Verkauf des Millennium Towers durch die Familie Stumpf an die deutsche Fondsgesellschaft MPC brachte 360 Mio. Euro.

Beide Bürogebäude haben eine Bruttogeschoßfläche von 200.000 m² bzw. eine vermietbare Gesamtfläche von rund 115.000 m². Es handelt sich um einen der größten Immobiliendeals in Österreich. Die Verträge wurden in der Vorwoche unterzeichnet, per 31. Mai 2005 werden die Geschäftsanteile an den Eigentümergesellschaften WED Saturn Liegenschaftsbesitz GmbH und mm Liegenschaftsbesitz GmbH durch den deutschen Immobilienfonds erworben, teilte die Citigroup mit. Der Saturn-Tower gehört zur Gänze der WED (Wiener Entwicklungsgesellschaft für den Donauraum). Das T-Center, die Zentrale von T-Mobil und T-Systems, gehört zu 20 Prozent der Stadt-Wien-Tochter WSH, der Rest entfällt zu gleichen Teilen auf die Bank Austria, Raiffeisen und die Wiener Städtische.

Büroturm

Der von den Architekten Hans Hollein und Heinz Neuman geplante Saturn Tower ist ein 90 Meter hoher Büroturm in der Nähe von Donaupark und Austria Center Vienna. Die vermietbare Fläche liegt bei 32.184 m². Beim von Günter Domenig entworfenen T-Center in Wien-Erdberg beträgt die vermietbare Fläche 83.561 m². Der deutsche Fonds hat erstmals noch in Bau befindliche Großimmobilien in Österreich erworben, und übernahm damit auch einen Teil des Risikos.

Bei GAF GENO handelt es sich um Anlegergesellschaften, die aus steuerrechtlichen Gründen wie offene Erwerbsgesellschaften agieren. Deutschen Privatanlegern werde in den nächsten Monaten über ein von der GAF GENO Asset Finance initiiertes Beteiligungsmodell die Möglichkeit gegeben, sich als Kommanditisten an der Fondsgesellschaft zu beteiligen. Aufgrund der langfristigen Mietverträge mit bekannten Unternehmen werde mit einer massiven Nachfrage deutscher Privatinvestoren gerechnet. (cr, Der Standard, Printausgabe, 20.04.2004)

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