Dänemark gibt Geheimdienstdokumente über irakische Waffen frei

20. April 2004, 17:06
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Regierungschef will Lügen-Vorwürfe entkräften

Kopenhagen - Die dänische Regierung hat am Montag zehn bisher als vertraulich eingestufte Geheimdienstberichte über die angebliche Existenz irakischer Massenvernichtungswaffen veröffentlicht. Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen will damit den Vorwurf entkräften, er habe das Parlament vor eineinhalb Jahren bezüglich der irakischen Waffen belogen.

Laut den Dokumenten des Militärgeheimdienstes (DDIS) verfügte der Irak wahrscheinlich über chemische und bilogische Kampfstoffe. Wie der Chef des Geheimdienstes, Konteradmiral Jörn Olesen, sagte, basieren die Berichte auf Informationen der Vereinten Nationen und der NATO. Olesen bezog sich speziell auf einen Bericht vom 22. Oktober 2002.

Beleg

Fogh Rasmussen sagte auf einer Pressekonferenz in Kopenhagen, die Dokumente seien ein Beleg dafür, dass weder er noch die Regierung das Parlament hinsichtlich der Existenz irakischer Massenvernichtungswaffen getäuscht hätten. In der vergangenen Woche hatte die Zeitung "Information" einen ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter mit den Worten zitiert, der Ministerpräsident habe mehrfach Berichte erhalten, dass es keine Beweise für solche Waffen im Irak gebe. Dennoch habe er vor den Abgeordneten Wider besseres Wissen das Gegenteil behauptet.

Fogh Rasmussen hatte im Oktober 2002 vor dem Parlament erklärt, er sei "überzeugt, dass das Regime im Irak heute Massenvernichtungswaffen" habe. Seine Beteiligung am Irak-Krieg stützte der Regierungschef aber darauf, dass Saddam Hussein eine Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen verweigerte. Kopenhagen hat 410 Soldaten im Irak stationiert.

Der von "Information" zitierte Geheimdienstmitarbeiter war entlassen worden, nachdem er im Februar einen geheimen Bericht an die Medien weitergegeben hatte. In dem Bericht hieß es, es gebe keine Beweise für Massenvernichtungswaffen im Irak. (APA/AP)

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