Wahlsieger Gasparovic verlässt eigene Partei

23. April 2004, 14:46
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Zeitung: Meciar erlitt Nervenzusammenbruch

Preßburg - Der künftige slowakische Staatspräsident Ivan Gasparovic hat am Montag seinen Austritt aus der von ihm gegründeten Partei "Bewegung für Demokratie" (HZD) bekannt gegeben. In einem Gespräch mit dem Fernsehsender TA3 begründete der 63-Jährige den von der Verfassung nicht vorgeschriebenen Schritt mit dem Wunsch "ein überparteilicher Präsident" sein zu wollen. Gasparovic tritt sein Amt als Nachfolger von Rudolf Schuster Mitte Juni an.

Nach der überraschenden Wahl Gasparovics am Samstag hatten vor allem Vertreter der Regierungsparteien die Sorge geäußert, der neue Präsident könne sein Amt dazu benutzen, die umstrittenen Wirtschafts- und Sozialreformen der Regierung von Mikulas Dzurinda zu bremsen. Der slowakische Präsident kann sein Veto gegen Gesetze einlegen. Das Veto kann nur mit absoluter Mehrheit im Parlament überstimmt werden.

Gasparovic nutzte das Interview zur erneuten Kritik an der Regierung. Deren wirtschaftsliberale Reformen seien unsozial und hätten "auf das christliche Prinzip der Solidarität vergessen", sagte er. Dies war eine Anspielung auf die Tatsache, dass drei der vier Regierungsparteien christdemokratisch orientiert sind. Eine Abberufung der Regierung und Neuwahlen hatte er aber schon zuvor ausgeschlossen.

Nervenzusammenbruch

Inzwischen berichtete eine slowakische Tageszeitung, dass der unterlegene Präsidentschaftskandidat Vladimir Meciar am Samstagabend einen Nervenzusammenbruch erlitten habe. Aus diesem Grund sei er erst am Sonntag zu Mittag zu einer Stellungnahme bereit gewesen, schrieb das Boulevardblatt "Novy cas". Weder der 61-jährige Meciar, noch die Zentrale seiner HZDS-Partei waren am Montag für einen Kommentar erreichbar.

Meciar, der umstrittene ehemalige Ministerpräsident, war als klarer Favorit in die Stichwahl am Samstag gegangen, unterlag seinem früheren Weggefährten Gasparovic dann jedoch deutlich mit 40,1 Prozent zu 59,9 Prozent der abgegebenen Stimmen. (APA/dpa)

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