Gläubigerausschuss berät über Schadensersatzklagen

21. April 2004, 14:02
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Alteigentümern, Exmanagern und Wirtschaftsprüfern bleibt nicht mehr viel Zeit für Vergleichsangebote

Wien - In der Causa Libro ist heute, Montag, wieder der Gläubigerausschuss zusammengetreten, um über drohende Schadensersatzklagen gegen Alteigentümer, Vorstände, Aufsichtsräte und Wirtschaftsprüfer im Ausmaß von fast 66 Mio. Euro zu beraten.

Klagen nur bis Ende April möglich

Den Betroffenen bleibt nicht mehr viel Zeit, ausreichende Vergleichsangebote auf den Tisch von Masseverwalter Günther Viehböck zu legen, um die drohende Klagsflut abzuwenden. Damit die Ansprüche im Konkursfall Libro nicht verjähren, müssten die Klagen noch im April eingebracht werden.

Wie berichtet soll die Libro-Alteigentümerin UIAG (Unternehmensinvest AG) unter anderem wegen der Sonderdividende auf 49,7 Mio. Euro die Wirtschaftsprüfer auf 1,45 Mio. Euro geklagt werden.

Die ehemaligen zwölf Vorstände und Aufsichtsräte wurden vom Masseverwalter aufgefordert bis 15. April bei einem berechneten Schaden von 205 Mio. Euro insgesamt 15 Mio. Euro auf ein genanntes Konto einzuzahlen.

UIAG weist Ansprüche zurück

Die UIAG hat bereits Anfang April die Schadensersatzansprüche zurückgewiesen. "Nach Prüfung der Sach- und Rechtslage ist die UIAG der Auffassung, dass diesen Ansprüchen dem Grund und der Höhe nach entgegenzutreten ist" hatte die UIAG mitgeteilt und gleichzeitig Gespräche mit dem Masseverwalter angekündigt.

Der anhängige Insolvenzfall Libro hat mit der Buch- und Papierhandelskette Libro Handelsgesellschaft ("Libro neu") nichts mehr zu tun. Die Handelskette wurde im November 2002 aus der Konkursmasse um 5 Mio. Euro an ein Bieterkonsortium des Industriellen Josef Taus versteigert. (APA)

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