Urabstimmung endet am Mittwoch

21. April 2004, 16:27
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Gewerkschaft: Teilnahme über Erwartung - Weit mehr als zwei Drittel dürften abgestimmt haben

Wien - Bei den ÖBB endet Mittwoch die Urabstimmung über die Reform des Dienstrechts. 44.700 sind aufgerufen, ihre Meinung über die bereits ausverhandelten Änderungen abzugeben. Konkret geht es unter anderem um eine Aufhebung des Vetorechts der Gewerkschaft bei Entlassungen und eine Kürzung bei den automatischen Gehaltsvorrückungen.

Außerdem will sich die Gewerkschaft bereits grünes licht für neue Streiks holen, sollte die Regierung per Gesetz ins Dienstrecht eingreifen wollen. Die letzten Abstimmungslokale schließen um 20 Uhr. Eisenbahner-Gewerkschaftschef Wilhelm Haberzettl sprach aber bereits in der Früh von einer hohen Wahlbeteiligung.

"Weit über zwei Drittel"

Ursprünglich hatte Haberzettl gehofft, dass zumindest zwei Drittel der Eisenbahner zur Abstimmung gehen werden. "Nach den ersten Auszählungsergebnissen sind wir aber sehr weit drüber", sagte Haberzettl am Mittwoch im "Ö1-Morgenjournal". Ein Ergebnis der Urabstimmung wird laut Gewerkschaft allerdings erst am 29. April vorliegen.

Nicht abstimmen können die Eisenbahner über die nach wie vor umstrittenen Neuregelung ihrer Dienstzeiten. Hier gibt es noch keine Einigung. Der Gewerkschaft geht es in erster Linie um die Abgeltung von Nachtarbeit. Sie hat deshalb eine 37-Stunden-Woche für die rund 20.000 Eisenbahner im Schichtdienst verlangt, der ÖBB-Vorstand lehnt das ab. Morgen, Donnerstag, wollen Vorstand und Gewerkschaft weiter verhandeln.

In Summe sollen durch die Dienstrechtsreform die Personalkosten bei den ÖBB bis 2010 um 100 Mio. Euro gesenkt werden. Die Regierung verlangt den Abschluss der Verhandlungen bis Ende April. (APA)

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