Weichen für weitere Telekom-Privatisierung werden am 7. Mai gestellt

25. April 2004, 15:29
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ÖIAG-Aufsichtsrat wird über weitere Vorgehensweise entscheiden - ÖIAG will Berichte über Verkauf von 17 Prozent über Börse nicht kommentieren

Die Weichen für eine weitere Privatisierung der börsenotierten Telekom Austria (TA) sollen in der nächsten Aufsichtsratssitzung des TA-Haupteigentümers, der Staatsholding ÖIAG, am 7. Mai gestellt werden, hieß es aus ÖIAG-Aufsichtsratskreisen zur APA. Medienberichte, wonach voraussichtlich schon im Juni eine Tranche von 17 Prozent über die Börse verkauft werden soll, wollte die ÖIAG heute auf APA-Anfrage nicht kommentieren.

Prüfung

"Es werden derzeit nach wie vor noch alle Varianten für eine weitere Privatisierung geprüft, wobei ein Börsegang die bevorzugteste Variante ist", sagte ÖIAG-Sprecherin Anita Bauer. Der nächste ÖIAG-Aufsichtsrat am 7. Mai werde sich jedenfalls neben dem Jahresabschluss der Staatsholding auch mit den weiteren Privatisierungskandidaten - und damit auch mit der Telekom Austria - befassen.

Die ÖIAG, die noch 47,2 Prozent (inklusive 5 Prozent Wandelanleihe) an der TA hält, darf lauf Vorgaben ab 1. Juni - also nach Abschluss der so genannten Lock-up-Period - weitere TA-Anteile veräußern. Die Staatsholding hatte zuletzt beschlossen, dass ihre TA-Anteile - abzüglich Umtauschanleihe - "zur Disposition" stünden. Die restlichen 52,8 Prozent stehen - seit dem Vollausstieg der Telecom Italia im Jänner 2004 aus der TA - in Streubesitz.

Wahrscheinlicher

Einen Verkauf weiterer Anteile der TA über die Börse hatten zuletzt auch von der APA befragte Analysten für wahrscheinlicher als einen Verkauf der TA an einen strategischen Investor wie etwa die Swisscom gehalten. Laut Erste Bank-Analyst Konrad Sveceny könnte ein Secondary Public Offering (SPO) ab dem 1. Juni möglicherweise in mehreren Tranchen erfolgen. Es sei nicht davon auszugehen, dass die ÖIAG "allzu viel Zeit verstreichen lässt". Die Kapitalmärkte seien insgesamt besser als noch vor einem Jahr, auch der geplante Aktienrückkauf könne den Boden für einen solchen Verkauf "aufarbeiten".

Die "Presse" hatte am Samstag unter Berufung auf Konzern- und Investmentbanker-Kreise berichtet, es gelte als fix, dass die ÖIAG noch vor dem Sommer, wahrscheinlich schon im Juni, eine Tranche von 17 Prozent der TA über die Börse verkaufen werde. Auf Basis des aktuellen Börsekurses vom Freitag würde dieses SPO einen Erlös für die Staatsholding von 1,037 Mrd. Euro bedeuten. (APA)

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