Argentiniens Ex-Präsident verweigert Anhörungen in Heimatland

20. April 2004, 20:28
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Menem will aus Angst vor Haftstrafe nicht nach Argentinien zurück

Chile - Der unter Korruptionsverdacht stehende argentinische Ex-Präsident Carlos Menem will aus Angst vor einer Gefängnisstrafe nicht aus Chile in sein Heimatland zurückkehren. "Ich will nicht das Risiko eines willkürlichen Urteils durch einen Richter eingehen", sagte er in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der chilenischen Tageszeitung "El Mercurio". Schließlich sei er in Argentinien schon drei mal in Haft gewesen. "Wenn das so weiter geht, sitze ich mein ganzes Leben im Gefängnis." Argentinien sei zwar ein Rechtsstaat, der Prozess gegen ihn selbst sei jedoch politisch motiviert.

Menem wohnt seit einem halben Jahr in Chile, dem Heimatland seiner Frau Cecilia Bolocco. Die argentinische Justiz lud den 73-Jährigen bereits drei Mal vor, seine Anwälte konnten jedoch jeden Termin abwehren. In der vergangenen Woche hatte Menem gesagt, wenn die argentinischen Richter ihn vernehmen wollten, sollten sie nach Chile kommen. Menem war von 1989 bis 1999 Präsident. Ihm wird Korruption und illegale Bereicherung im Amt vorgeworfen. Ins Zwielicht brachte er sich zudem durch Geheimkonten in der Schweiz. (APA/AFP)

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