Italien: Appell für gemeinsamen Antrag für Ende der Irak-Mission

20. April 2004, 10:39
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Druck auf Berlusconi für Truppenabzug wächst

Rom - Nach Spaniens Ankündigung, die Truppen aus dem Irak abzuziehen, wächst der Druck der italienischen Pazifistenparteien auf die Regierung Berlusconi. Die Grünen, die Italienischen Kommunisten und die altkommunistische Rifondazione riefen die stärksten Oppositionsparteien (Linksdemokraten und Sammelbewegung Margherita) zur Einreichung eines gemeinsamen Antrags im römischen Parlament ein, um den sofortigen Abzug der italienischen Truppen zu verlangen.

Entscheidung

Die italienische Opposition ist gespalten. Während die so genannten Pazifistenparteien dem spanischen Beispiel folgen wollen, drängen die Linksdemokraten (DS, stärkste Oppositionspartei) im römischen Parlament auf einen Verbleib der Truppen bis 30. Juni. "Spaniens Beschluss setzt die USA stark unter Druck. Bis zum 30. Juni fehlen zehn Wochen. Die Amerikaner müssen endlich entscheiden, was sie im Irak unternehmen wollen", sagte der Chef der Linksdemokraten, Piero Fassino.

Im Einsatz für die Freilassung dreier italienischer Geiseln im Irak hat sich die Regierung in Rom an sunnitische Geistliche gewandt. Der italienische Botschafter im Irak, Gianludovico De Martino, traf den Scheich Abdel Salam Kubeissi vom Komitee der sunnitischen Ulema. Al Kubeissi habe sich zu einer Vermittlung mit den Entführern bereit erklärt, die die drei Italiener in Haft halten. Er rief die Entführer auf, die Geiseln gut zu behandeln, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica" in ihrer Montag-Ausgabe. (APA)

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