O2-Chef:In zwei Jahren 30 Prozent der Musik-Umsätze über Handy

25. April 2004, 15:30
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Auch andere Mobilfunkbetreiber wollen bis Jahresende Downloads anbieten - Drittgrößter deutscher Betreiber E-Plus verschärft Sparprogramm: Einstellungsstopp bei KPN-Tochter

Die Mobilfunk-Branche strebt eine Schlüsselrolle im Musikvertrieb an. Bis zum Jahr 2006 würden 30 Prozent der Umsätze in der Musikindustrie über das Handy eingenommen, prognostizierte der Geschäftsführer des kleinsten deutschen Mobilfunkbetreibers O2, Rudolf Gröger, in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FASZ). "Wir bewegen uns ein Stück in Richtung Medienhaus." Musik sei ein strategischer Schwerpunkt.

Angebot

Bis zum Jahresende wollen alle vier deutschen Mobilfunkbetreiber Angebote zum Herunterladen von Musikstücken anbieten. O2 werde im Juni mit zunächst 50.000 Titeln an den Start gehen - zum Preis von 1,79 Euro pro Song oder 0,99 Euro bei einer monatlichen Abo-Gebühr von 2,95 Euro. Etwa zur selben Zeit wollen auch die führenden deutschen Mobilfunkbetreiber T-Mobile und Vodafone D2 ähnliche Dienste freischalten.

Konkurrenz

Der drittgrößte deutsche Mobilfunkbetreiber E-Plus will sein Sparprogramm verschärfen, um seine Position im Wettbewerb um Kunden zu verbessern. "Wir müssen den Gürtel noch einmal enger schnallen", sagte E-Plus-Chef Uwe Bergheim dem "Handelsblatt" am Montag. Daher fielen in diesem Jahr Boni für leitende Angestellte weg. Zudem seien Budgetkürzungen geplant und Projekte würden gestrichen.

Auslagerung

"Wir haben ab sofort einen Einstellungsstopp und werden keine Berater mehr im Hause beschäftigen", fügte Bergheim hinzu. Durch die geplanten Einschnitte wolle die Tochtergesellschaft der niederländischen KPN einen hohen zweistelligen Millionenbetrag einsparen, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Aufholjagd

Der kleinste deutsche Mobilfunkanbieter O2 hatte im ersten Quartal 2004 bei der Zahl der Kunden deutlich zugelegt. "Es soll klar werden: O2 bleibt die Nummer vier im deutschen Mobilfunkmarkt", betonte Bergheim. Künftig wolle sich E-Plus neben dem Ausbau der Netze noch stärker auf die Akquise von Geschäftskunden konzentrieren. (APA/Reuters)

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