Hamas-Führer Mechaal macht USA für Tod Rantisis verantwortlich

19. April 2004, 19:21
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"Washington hat Sharon ermutigt"

Damaskus - Nach der gezielten Tötung von Hamas-Führer Abdelaziz Rantisi hat der politische Führer der Terrororganisation, Khaled Mechaal (Mashaal), die USA für die Liquidierung mitverantwortlich gemacht. Mit seiner Unterstützung für die neuen Nahost-Pläne Israels habe Washington den israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon zur Tötung Rantisis ermutigt, sagte Mechaal am Sonntag.

US-Präsident George W. Bush habe Sharon vergangene Woche "grünes Licht und Rückendeckung" für sein Vorhaben gegeben, erklärte Mechaal, der die Hamas von Damaskus aus leitet. Der amerikanische Schulterschluss mit Sharon sei eine Kriegserklärung. Bush hatte während eines Treffens mit Sharon am Mittwoch die israelischen Pläne begrüßt, die einen Abzug aus dem Gazastreifen bei gleichzeitigem Festhalten an Siedlungen im Westjordanland vorsehen.

USA nicht unterrichtet

Das bestritt die nationale Sicherheitsberaterin der US, Condoleezza Rice: Die USA sei von Israel nicht im voraus über die gezielte Tötung von Hamas-Chef Abdelaziz el Rantisi unterrichtet worden. "Die Israelis sagen uns natürlich nicht, dass sie etwas vorhaben", sagte Rice am Sonntag dem US-Fernsehsender Fox News.

Rice verteidigte auch die international scharf kritisierte Entscheidung des US-Präsidenten, dem israelischen Regierungschef Ariel Sharon grünes Licht für seine Siedlungspläne zu geben. Bush unterstütze einen Plan, von dem er glaube, dass er "zum Frieden und einer Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten" führen werde. Die Sicherheitsberaterin bezeichnete das Vorhaben als "riesige Gelegenheit", die auch die Palästinenser ergreifen sollten, um "friedliche, demokratische Regierungsstrukturen" aufzubauen und Terrorismus zu bekämpfen. (APA)

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