Biobauern kritisieren Agrarreform

25. April 2004, 20:25
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"Modell der Besitzstandswahrung"

Wien - Die Reform der EU-Agrarpolitik stößt bei Biobauern nicht auf Zustimmung. "Das ist ein Modell der Besitzstandswahrung", sagt Roman Liebhardt, "Ungerechtigkeiten werden fortgeschrieben und ökologische Faktoren nicht berücksichtigt." Liebhardt ist Biobauer im Waldviertel und Vertreter von Bio Ernte Austria im Agrarbündnis Österreich. Seine Kritik im Detail:

Systematik

Das Förderwesen in der Landwirtschaft wird nicht einfacher. Anstatt von Flächenprämien gibt es ab 2005 eine Betriebsprämie. "So gibt es 200.000 verschiedene Betriebsprämien." Auf die Zahl der Arbeitsplätze werde nicht Rücksicht genommen.

Modulation

Die Kürzung der Direktzahlungen. Ab einer Zahlung von 5000 Euro pro Betrieb kommt es künftig zu Abschlägen auf Förderungen, die diesen Betrag überschreiten - umso höher, je höher der Förderanspruch ist. Für Liebhardt geht diese Staffelung zu wenig weit. Mit maximal fünf Prozent Abschlägen (ab 2007) würden Große bevorzugt.

Milchquoten

Diese sind ausgenommen, und zwar bis 2007. Gerade in diesem Bereich aber gebe es einen hohen Reformdruck. Liebhardt schätzt, dass durch die aktuelle Quotenüberschreitung 33 Mio. Euro an Brüssel zurückfließen werden. Für den heimischen Milchmarkt sei das fatal, der derzeitige Marktpreis von 28 bis 33 Cent je Kilo "wird sich über kurz oder lang am Weltmarktpreis von 25 Cent orientieren". (ruz, Der Standard, Printausgabe, 19.04.2004)

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