Athen will österreichisches Umwelt-Know-how

25. April 2004, 20:25
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Wien hofft auf Müllverbrennungsauftrag

Die Olympiastadt Athen will von den Erfahrungen Wiens in Sachen Umweltschutz profitieren. Ein Workshop in der griechischen Hauptstadt sollte nun den Grundstein für eine intensive beider Städte Kooperation legen. Zentrale Themen: Abfallwirtschaft und Müllverbrennung.

Die Stadt Athen steckt im Vorbereitungsstress für die Olympischen Spiele im heurigen Sommer. Dazu gehört nicht nur der rechtzeitige Abschluss von Bauarbeiten, sondern auch Pläne für mehr Sauberkeit.

Müllverbrennungsanlage bauen

Wiens Umweltstadträtin Isabella Kossina hat den Kontakt mit der Athener Bürgermeisterin Dora Bakojanni vor zwei Jahren bei einem internationalen Treffen geknüpft. Dabei kam auch der Wunsch Bakojannis zur Sprache, eine Müllverbrennungsanlage zu bauen. Bis dorthin ist aber noch ein weiter Weg. Vom Beschluss bis zur Fertigstellung müsse man mit sechs Jahren rechnen, so Kossina. "Je länger man zuwartet, desto teurer wird das Ganze", warnte die Stadträtin.

Ein Problem ist auch die Finanzierung. Athen treibt keine Müllabgabe ein. Diese würde von den Bürgern nur nach intensiver vorheriger Überzeugungsarbeit akzeptiert werden. "Wir hoffen aber auf eine Ausschreibung für die Müllverwertung durch Athen, die eine Kombination aus Lagerung und Verbrennung darstellen wird", sagte Kossina. Wichtig sei für Athen in einer ersten Phase vor allem die Abfalltrennung und Müllvermeidung.

Der für die Sauberkeit zuständige Vizebürgermeister Athens, Christos Tentomas, musste einräumen: "Wir stehen erst ganz am Anfang." Man müsse erst die öffentliche Meinung mobilisieren und das notwendige Bewusstsein schaffen. Ziel sei allerdings, einen Transfer von österreichischem Know-how bald zustande zu bringen. (Robert Stadler aus Athen, Der Standard, Printausgabe, 19.04.2004)

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