Leichtathletik: Flotter London-Marathon

19. April 2004, 21:37
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Evans Rutto aus Kenia lief nach 2:06:18 Stunden als erster durchs Ziel - Landsfrau Margaret Okoya mit Jahresweltbestzeit - Kiprono gewann in Linz

London/Linz - Der Kenianer Evans Rutto hat am Sonntag in einer Superzeit den 24. London-Marathon gewonnen. Bei Regen und starkem Wind triumphierte der 26-Jährige trotz eines Sturzes in 2:06:18 Stunden und kassierte für seinen Sieg 105.000 Dollar (87.999 Euro). Der 19. Hamburg-Marathon ging in 2:09:39 an den 23-jährigen Brasilianer Vanderlei Lima.

Mann des Tages war vor einer Million Zuschauern in der britischen Hauptstadt natürlich Rutto. Der Afrikaner, der im Vorjahr in Chicago mit 2:05:50 Stunden für die bisher beste Marke eines Marathon-Debütanten gesorgt hatte, ließ sich auch durch einen Sturz in der Nähe des Tower bei rund 35 km nicht irritieren und verfehlte die Jahresweltbestzeit des Rotterdam-Siegers Felix Limo (Kenia/2:06:14) nur um vier Sekunden. Auf den Plätzen landeten sein Landsmann Sammy Korir (2:06:48) und Marokkos Weltmeister Jaouad Gharib (2:07:02). Das Frauenrennen ging in der Jahresweltbestzeit von 2:22:36 an die zweifache New York-Siegerin Margaret Okoya (Kenia).

Sturz des Führungsduos

Rutto und Korir führten das fast 45.000 Teilnehmer zählende Feld an, als Rutto auf der regennassen Strecke ausrutschte, zu Sturz kam und Korir dabei mit zu Boden riss. Rutto fand trotz Schürfwunden auf seinen Knien schneller wieder zu seinem Rhythmus und war natürlich über diesen Erfolg überglücklich. "Es ist ein Supergefühl, wenn man in London gewinnt. Ich glaube, ich war heute stärker als Sammy, aber der Regen war nicht gut."

Korir, der zweitschnellste Marathon-Läufer der Geschichte hinter dem diesmal wegen einer Verletzung fehlenden Paul Tergat (Kenia), haderte etwas mit dem Schicksal: "Der Sturz hat meinen Sieg verhindert. Ohne diesen Zwischenfall, bei dem ich mein Bein verletzt habe, hätte ich gewonnen."

In Hamburg gewann Lima vor den Kenianern Thomas Chemitei (2:11:27) und Fred Kiptum Kiprop (2:11:46). Bei den Frauen feierte Emily Kimuria (Kenia) in 2:28:56 ihren ersten Erfolg und kassierte dafür wie der Brasilianer 20.000 Euro.

Kenianer Kiprono siegte in Linz

Der kenianische Topfavorit John Kiprono hat am Sonntag den 3. OMV Linz Marathon in 2:13:43 Stunden gewonnen. Der Sieger von 2002 verpasste zwar seinen Streckenrekord um 23 Sekunden, verwies aber den Ukrainer Andrej Naumow (2:16:28) und den Österreicher Roman Weger (2:18:54) klar auf die Ehrenplätze. Der Athlet vom LC Villach sicherte sich damit den heimischen Meistertitel vor Nicolas Salinger (SU RLV Sparkasse Aspang/2:24:34) sowie seinem Vereinskollegen Wolfgang Cramaro (2:26:49).

"Ich bin mit meiner Leistung zufrieden", erklärte Kiprono, der die letzten 13 Kilometer alleine hatte laufen müssen. Weger wurde gegen Ende von Krämpfen geplagt. "Doch mein dritter Platz war nie in Gefahr", betonte der neue Staatsmeister, der den mitfavorisierten Kenianer Simon Lopuyet (2:19:34) klar auf Distanz hielt.

Erfolg für Titelverteidigerin Fadejewa

Bei den Frauen siegte die ukrainische Titelverteidigerin Jelena Fadejewa, die in 2:34:17 jedoch sowohl ihren Streckenrekord (2:33:03) als auch das angepeilte Olympialimit von 2:30 klar verpasste. Dahinter landeten mit gehörigem Respektabstand die Slowakin Dana Jeneckova (2:43:46) und die Ukrainerin Olena Samko (2:45:45) auf den Plätzen zwei und drei. Als beste Österreicherin wurde Ingrid Eichberger (HSV Marathon Wr. Neustadt) in 2:50:08 Vierte und damit ÖLV-Meisterin vor Ellen Förster (ULC Linz Oberbank/2:55:16) sowie Monika Dambauer (LCAV doubrava/2:55:58).

Insgesamt 7.644 Teilnehmer hatten für die Marathon-Veranstaltung in der oberösterreichischen Hauptstadt genannt, mehr als 50.000 begeisterte Zuseher feuerten die Teilnehmer in der Innenstadt an. (APA/dpa/Reuters)

RESULTATE

24. London-Marathon:

  • Frauen: 1. Margaret Okayo (KEN) 2:22:36 (JWBZ) - 2. Ljudmila Petrowa (RUS) 2:26:02 - 3. Constantuba Tomescu-Dita (ROM) 2:26:57 - 4. Albina Iwanowa (RUS) 2:27:25 - 5. Joyce Chepchumba (KEN) 2:28:01 - 6. Swetlana Sacharowa (RUS) 2:28:10

  • Männer: 1. Evans Rutto (KEN) 2:06:18 - 2. Sammy Korir (KEN) 2:06:48 - 3. Jaouad Gharib (MAR) 2:07:02 - 4. Stefano Baldini (ITA) 2:08:37 - 5. Tesfaye Tola (ETH) 2:09:07 - 6. Benoit Zwierzchiewski (FRA) 2:09:35

    19. Hamburg-Marathon:

  • Frauen: 1. Emily Kimuria (KEN) 2:28:56 - 2. Alice Chelangat (KEN) 2:28:57 - 3. Larissa Malikowa (RUS) 2:32:16

  • Männer: 1. Vanderlei Lima (BRA) 2:09:39 Stunden - 2. Thomas Chemitei (KEN) 2:11:27 - 3. Fred Kiptum Kiprop (KEN) 2:11:45

    Turin-Marathon:

  • Frauen: 1. Helena Javornik (SLO/LCC Wien) 2:31:13 Std.; 2. Jennifer Chesinon (KEN) 2:32:46 - 3. Jane Ekimat (KEN) 2:36:41

  • Männer: 1. Frederick Cherono (KEN) 2:08:38 Std. - 2. Alberico Di Cecco (ITA) 2:09:29 - 3. Daniel Cheribo (KEN) 2:10:57

    Linz-Marathon:

  • Frauen: 1. Jelena Fadejewa (UKR/LCC Wien) 2:34:17 Stunden - 2. Dana Jeneckova (SVK) 2:43:46 - 3. Olena Samko (UKR/LCC Wien) 2:45:45 - 4. Ingrid Eichberger (AUT) 2:50:08 - 5. Ellen Förster (AUT) 2:55:16 - 6. Monika Dambauer (AUT) 2:55:58

  • Männer: 1. John Kiprono (KEN) 2:13:43 Stunden - 2. Andrej Naumow (UKR) 2:16:28 - 3. Roman Weger (AUT) 2:18:54 - 4. Simon Lopuyet (KEN) 2:19:34 - 5. Nicolas Salinger (AUT) 2:24:34 - 6. Wolfgang Cramaro (AUT) 2:26:49 - 7. Martin Ploner (AUT) 2:29:38 - 8. Max Springer (AUT) 2:30:09
    • Bild nicht mehr verfügbar

      Margaret Okayo schwebt über Londons Straßen.

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