Gleitsmann gegen Einsparungen bei Medikamentenkosten

20. April 2004, 14:31
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Hauptverbands-Vizepräsident lehnt in Brief an Rauch-Kallat weitere "Belastungen zu Lasten der Pharmawirtschaft" ab

Wien - Der Vizepräsident des Verwaltungsrats der Sozialversicherungen Martin Gleitsmann lehnt in einem Schreiben an Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V) Einsparungen bei den Medikamentenkosten ab. Es dürfen bei der "Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen bis 2006 keine weiteren Belastungen zu Lasten der Pharmawirtschaft erfolgen", so Gleitsmann in dem Schreiben laut "profil". Die Wiener Ärztekammer fordert in einer ersten Reaktion den sofortigen Rücktritt von Gleitsmann.

"Unvereinbarkeit"

Die Doppelfunktion des Wirtschaftskammer-Funktionärs als Lobbyist der Industrie und als Führungsmitglied des Hauptverbands sei eine "klare Unvereinbarkeit", so die Wiener Ärztekammer laut "profil". Gleitsmann hatte zuletzt als Teil der ÖVP-Fraktion zwei Mal den Kassenvertrag der Wiener Gebietskrankenkasse zu Fall gebracht und sich als vehementer Kritik der WGKK-Führung gezeigt. Er tritt für radikale Sparmaßnahmen in der Krankenkasse ein.

Unterdessen hat sich der koalitionäre Zwist über die WGKK (Wiener Gebietskrankenkasse) verschärft. Nachdem WGKK-Chef Franz Bittner von einem Schaden von mehreren Millionen Euro sprach, verlangte Sozialminister Herbert Haupt (F) den Rücktritt der beiden VP-nahen Hauptverbands-Präsidenten Gleitsmann und Herwig Frad, sollten sich die Schadensberechnungen bewahrheiten. Vizepräsident Gleitsmann hatte daraufhin Haupts Vorwürfe zurückgewiesen. (APA)

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    Martin Gleitsmann, Vizepräsident

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