US-Vizepräsident Cheney attackiert Kerry vor Waffen-Lobby NRA

24. April 2004, 16:34
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Vater von Columbine-Opfer fordert Verlängerung des Banns besonders gefährlicher Waffen

Washington - US-Vizepräsident Dick Cheney hat dem mutmaßlichen Herausforderer von Präsident George W. Bush, dem demokratischen Senator John Kerry, einen Angriff auf das Waffenbesitzrecht vorgeworfen. Kerry habe als Senator das Recht auf privaten Waffenbesitz immer weiter einschränken wollen, sagte Cheney am Samstag beim Jahrestreffen der National Rifle Association (NRA) in Pittsburgh unter dem Jubel der Zuhörer. Die NRA hatte bei den vergangenen Präsidentenwahlen ihre Mitglieder aufgerufen, für Bush und Cheney zu stimmen. Bisher hat die NRA keine offizielle Wahlempfehlung abgegeben.

Cheney kritisierte Kerrys Stimmverhalten im Senat, wo er für unangekündigte Kontrollen bei Waffenhändlern zur Überprüfung der Einhaltung der Gesetze eingetreten sei. Auch habe sich Kerry dafür ausgesprochen, dass Waffenproduzenten nicht von jeder Verantwortung für Verbrechen mit Waffen entbunden werden.

Verbot läuft aus

Zur umstrittenen Frage, ob die Bush-Regierung das im September auslaufende Verbot von besonders gefährlichen Waffen verlängern werde, äußerte sich Cheney nicht. Die NRA tritt gegen eine Verlängerung des Verbots ein. Kerry fordert die Verlängerung des Banns, um diese gefährlichen Waffen von Terroristen und Verbrechern fernzuhalten.

Der Vater eines Opfers des Schulmassakers in der Columbine High School, Tom Mauser, versuchte vergeblich an der NRA-Tagung teilzunehmen. Sicherheitskräfte verweigerten ihm den Zutritt. Mauser, dessen Sohn Daniel vor fünf Jahren durch einen Mitschüler erschossen wurde, war zu der NRA-Tagung buchstäblich in den Schuhen seines ermordeten Kindes gegangen. In der Columbine High School hatten am 20. April 1999 ein 17- und ein 18-Jähriger zwölf Mitschüler und einen Lehrer mit halbautomatischen Waffen erschossen, dann töteten sie sich selbst.

Mauser forderte vor der Halle die Verlängerung des Verbots von besonders gefährlichen Waffen, da diese nur von Drogensüchtigen, Gangs und Kriminellen benutzt würden. "Was ist der Sinn von solchen Waffen?", fragte er. Sein Sohn Daniel war in der Schule bei dem Blutbad mit einer solchen Waffe getötet worden. (APA)

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