BA-CA-Manager werden zu israelischer Parteispendenaffäre vernommen

19. April 2004, 12:57

Rechtshilfeantrag der israelischen Justiz bei Ermittlungen gegen Verkehrsminister Lieberman - Auch Erste Bank betroffen

Wien - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, müssen sechs amtierende beziehungsweise ehemalige Vorstände der Bank Austria Creditanstalt im Zusammenhang mit den Ermittlungen der israelischen Justiz gegen den israelischen Verkehrsminister Avigdor Lieberman wegen illegaler Parteienfinanzierung ab 19. April 2004 bei der Bundespolizeidirektion Wien als Zeugen aussagen.

Die vorgeladenen Banker sind laut "profil"-Aussendung vom Sonntag: Gerhard Randa, Aufsichtsratspräsident und früherer Generaldirektor der BA-CA, der stellvertretende Vorstandschef Wolfgang Haller sowie vier die ausgeschiedenen Manager Karl Samstag, Friedrich Kadrnoska, Franz Zwickl und Heinz Gehl. Einen entsprechenden Rechtshilfeantrag aus Israel hatte das Justizministerium in Wien bereits im Vorjahr genehmigt.

Lobbyist

Der Bank-Austria-Vorstand hatte Lieberman laut "profil" im Herbst 1998 am Höhepunkt der Rubelkrise als Lobbyisten engagiert, um drohende Verluste aus Devisengeschäften abzuwenden. Lieberman habe für seine Mission eine Prämie von 3,3 Millionen US-Dollar (2,77 Mill. Euro) erhalten.

Die Bank wolle die bevorstehenden Einvernahmen mit Hinweis auf das laufende Verfahren nicht kommentieren. Auch das Management der Erste Bank solle demnächst bei der Polizei aussagen, berichtet das Nachrichtenmagazin. Über die Erste soll 1999 die finanzielle Unterstützung eines Wiener Osthändlers für Liebermans Partei in der Höhe von einer Million US-Dollar abgewickelt worden sein.

"Nichts mit Causa in Israel zu tun"

Wie ein Sprecher der BA-CA am Sonntag gegenüber der APA betonte, habe die Bank Austria Creditanstalt "mit der aktuellen Causa in Israel (der Parteispendenaffäre, Anm.) überhaupt nichts zu tun". Bei den Zeugenaussagen der österreichischen Banker gehe "rein um eine Zeugenaussage" zur Person von Lieberman. (APA)

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