Rom hofft auf Hilfe des Iran für Befreiung der italienischen Geiseln

19. April 2004, 15:30
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Berlusconi traf iranischen Außenminister Kharrazi - Botschaft an syrischen Präsidenten - Irakische Sunniten: "Verhandlungen schwierig"

Rom - Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi hat am Sonntagabend den iranischen Außenminister Kamal Kharrazi getroffen, der zu einem Italien-Besuch nach Rom gereist ist. Berlusconi forderte die Regierung in Teheran auf, weiterhin eine "positive Rolle im Stabilisierungsprozess im Irak und im allgemeinen im Nahen Osten zu spielen", hieß es in einer Presseaussendung am Ende des einstündigen Treffens.

Berlusconi bestätigte den Einsatz seiner Regierung für eine Annäherung des Irans an die EU im Bereich Kooperation und Handel. Der italienische Regierungschef berichtete, sein Kabinett sei bereit, in Italien die internationale Geberkonferenz für den Wiederaufbau der Stadt Bam zu organisieren, die bei einem schweren Erdbeben zerstört wurde.

In der Presseaussendung wurde nicht bekannt gegeben, ob Berlusconi mit Kharrazi auch das heikle Thema des Schicksals der drei italienischen Geiseln im Irak angesprochen habe, die sich in den Händen irakischer Aufständischer befinden. Laut italienischen Medien nahm die Regierung Berlusconi Kontakte mit den iranischen Behörden auf, um zu den sunnitischen Entführern der Italiener zu gelangen. Am Mittwoch war ein italienischer Bodyguard, Fabrizio Quattrocchi, von einer fundamentalistischen Gruppe hingerichtet worden.

Botschaft an syrischen Präsident

Syriens Präsident Bashar al Assad hat am Sonntag den außenpolitischen Berater des italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi, Gianni Castellaneta, empfangen. Castellaneta übergab Assad eine Botschaft Berlusconis über die "aktuelle Lage im Irak". Castellaneta ist im Nahen Osten unterwegs, um Kontakte für die Befreiung der italienischen Geiseln zu knüpfen. (APA)

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