Libanesischer Ministerpräsident für Rückkehrrecht der Palästinenser

19. April 2004, 06:46
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Hariri bei Chirac in Paris

Paris - Der libanesische Ministerpräsident Rafic Hariri hat sich am Samstag in Paris in einer Aussprache mit Frankreichs Präsident Jacques Chirac (UMP) dafür ausgesprochen, dass die palästinensischen Flüchtlinge das "Recht" erhalten, nach Israel zurück zu kehren. Der Libanon werde sich weigern, die Palästinenser zu naturalisieren, so Hariri im Anschluss an die Aussprache mit Chirac.

Laut Hariri standen auch die israelische Besetzung des Westjordanlands, das Irak-Problem sowie der US-amerikanische Lösungsvorschlag zur Nahost-Krise auf der Tagesordnung der Aussprache.

Was das Recht auf die Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge anlangt, so herrsche im Libanon Einstimmigkeit vor, betonte Hariri. Heftige Kritik übte der Regierungschef an der Haltung des US-Präsidenten George W. Bush, welcher den Plan des israelischen Regierungschefs Ariel Sharon zur Beibehaltung der Siedlungen im Westjordanland unterstützt hatte. Bush hatte sich auch dafür ausgesprochen, dass die Flüchtlinge in den künftigen palästinensischen Staat, nicht aber nach Israel zurück kehren dürfen.

Zur Haltung Frankreichs betonte Hariri, dass Paris weiterhin die Anwendung der UNO-Resolutionen zur Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts verlange. Auch das Irak-Problem soll nach Ansicht Frankreichs durch die UNO "und nicht durch ein einziges Land gelöst" werden, so der libanesische Ministerpräsident weiter. (APA)

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