Vietnam: Forscher finden neue Bestände stark bedrohter Affen

23. April 2004, 12:56
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Wegen ihres hellen Hüftfells "Affen mit weißen Hosen" genannt

Hanoi - Hoffnungsschimmer für eine der am stärksten bedrohten Affenarten der Welt: Ein internationales Forscherteam mit deutscher Beteiligung hat in Vietnam zuvor unbekannte Bestände der extrem seltenen Pandalanguren (Trachypithecus delacouri) entdeckt. Die wegen ihres hellen Hüftfells auch "Affen mit weißen Hosen" genannten Primaten galten lange Zeit als bereits ausgestorben. Erst 1990 wurden sie nach Angaben der Stiftung Artenschutz im Cuc Phuong Nationalpark in Nordvietnam wiederentdeckt.

In den vergangenen zehn Jahren sank die Zahl der nur in Vietnam lebenden Affen Schätzungen zufolge um die Hälfte auf 250 bis 300. Die Tiere, die teils in Kleinstgruppen leben, gehören zu den 25 am stärksten bedrohten Primatenarten der Welt. Sie werden durch die Zerstückelung ihres Lebensraums bedroht und von Wilderern als exotische Delikatesse gejagt.

Wildtierbiologe Tilo Nadler, Leiter der von mehreren deutschen Organisationen unterstützten Primatenstation Cuc Phuong, nannte die jetzt gemeldete Sichtung weiterer Pandalanguren-Gruppen zwar einen Hoffnungsschimmer für das Überleben der Art. "Mehr als die Hälfte aller Populationen der Languren sind ernsthaft durch Wilderer bedroht", warnte er jedoch. (APA/dpa)

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    Trachypithecus delacouri galt lange Zeit als bereits ausgestorben.

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