Kuba vereinbart mit USA neue Lebensmittellieferungen

20. April 2004, 07:55
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Seit 2001 importierte die sozialistische Karibikinsel trotz Embargo Nahrung um 822 Mio. Dollar

Havanna - Die kubanische Regierung hat mit einer Gruppe von Agrarunternehmern aus den USA Lebensmittellieferungen im Umfang von 106,4 Millionen US-Dollar (87 Mio. Euro) vereinbart. Dies teilte der Vorsitzende der kubanischen Importfirma Alimport, Pedro Alvarez, am Freitag mit. Die neuen Käufe eingeschlossen hat die sozialistische Karibikinsel in den vergangenen drei Jahren trotz des von Washington verhängten Handelsembargos Nahrungsmittel im Wert von 822 Millionen Dollar aus den USA importiert.

Der Kongress in Washington hatte Ende 2000 auf Druck der US- Agrarlobby das Kuba-Embargo gelockert und Lebensmittelexporte erlaubt. Kuba muss etwa die Hälfte seines Nahrungsmittelbedarfes importieren, und die US-Farmer wollen dieses Geschäft nicht der Konkurrenz aus anderen Ländern überlassen. Kuba muss die Lieferungen allerdings bar bezahlen. Europäische Geschäftspartner Kubas klagen, dass sie seit dem Beginn des Agrarhandels zwischen Kuba und den USA länger auf die Begleichung ihrer Forderungen warten müssen.

Importwaren Rindfleisch, Geflügel, Milchpulver

Kuba importiert aus den USA unter anderem Rindfleisch, Geflügel, Milchpulver, Bohnen, Getreide, Reis und Sojamehl. Die Agrarunternehmer, die die Verhandlungen in Havanna führten, wurden von mehreren Abgeordneten des US-Repräsentantenhauses begleitet, die für eine völlige Aufhebung des Handelsembargos eintreten. Kritiker befinden, dass die 1962 verhängten Sanktionen die kommunistische Regierung Fidel Castros politisch eher gestärkt hätten. Der frühere spanische Ministerpräsident Felipe Gonzalez zeigte sich kürzlich in einem Zeitungsinterview überzeugt, dass das Embargo nach den im Herbst anstehenden Präsidentwahlen in den USA fallen werde. (APA/dpa)

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