Zentrale der Oppositionspartei in Burma wieder geöffnet

19. April 2004, 11:26
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Parteiführerin Suu Kyi weiterhin unter Hausarrest - NLD fordert ihre Freilassung

Rangun - Die Militärjunta in Burma hat am Samstag nach fast einem Jahr die Zentrale der Oppositionspartei von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi wieder geöffnet. Drei Regierungsbeamte hätten am Samstag die Siegel am Parteibüro der Nationalen Liga für Demokratie (NLD) in der Hauptstadt Rangun entfernt, sagte NLD-Funktionär Maung Maung Yin.

Parteiführerin Suu Kyi weiterhin unter Hausarrest

Am 31. Mai vergangenen Jahres hatte die Junta alle Büros der NLD geschlossen und die gesamte Parteispitze festgenommen, nachdem es zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern von Suu Kyi und regierungstreuen Extremisten gekommen war. Parteiführerin Suu Kyi und ihr Stellvertreter Tin Oo stehen weiterhin unter Hausarrest.

Die NLD begrüßte die Freigabe ihrer Parteizentrale und forderte zugleich die Freilassung von Suu Kyi. Die Militärregierung hatte Anfang April angekündigt, die Friedensnobelpreisträgerin bis zum 17. Mai freizulassen. Außerdem lud sie die NLD, die seit 16 Jahren an der Spitze der Demokratiebewegung in Birma steht, zur Teilnahme an einer verfassungsgebenden Versammlung ein.

Öffnung oder "Beruhigungspille"

Die Junta in Burma regiert seit 1988, als die Demokratiebewegung blutig niedergeschlagen wurde. Sie organisierte 1993 schon einmal eine verfassungsgebende Versammlung, diese wurde jedoch 1996 abgebrochen, als Suu Kyis Partei die weitere Mitarbeit verweigerte. In jüngster Zeit schienen sich die Machthaber in Rangun mit ihrer vorsichtigen Öffnung nach innen dem starken internationalen Druck zu beugen. Kritiker meinen jedoch, die Konzessionen seien lediglich eine Art Beruhigungspille. Die Junta wolle keine wirklichen demokratischen Reformen. (APA/AP)

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    Die Militärregierung in Rangun hat angekündigt, die Friedensnobelpreis-Trägerin Suu Kyi bis zum 17. Mai freizulassen.

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