Wolfowitz warnt Australien vor Truppenabzug

19. April 2004, 09:56
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US-Vizeaußenminister: "Wäre falsches Signal" - Portugal denkt über Polizisten-Abzug nach

Sydney/Lissabon - US-Vizeaußenminister Wolfowitz hat Australien gedrängt, seine Truppen trotz der angespannten Sicherheitslage nicht aus dem Irak abzuziehen. In einem Interview mit der Zeitung "The Weekend" sagte er, ein plötzlicher Abzug würde "falsche Signale" an das irakische Volk, an Terroristen sowie an die Völkergemeinschaft senden.

"Es ist sehr wichtig, dass alle ihre Truppen im Irak lassen, besonders nach Madrid", zitierte ihn das Blatt. Die neue spanische Regierung hatte unter dem Eindruck der Anschläge in Madrid am 11. März angekündigt, die spanischen Soldaten nach Hause zu holen.

Weiter sagte Wolfowitz, die jüngste Welle der Gewalt in der irakischen Stadt Falluja sei das Werk des radikalen Schiitenführers Muktada al Sadr. Dessen Revolte nannte er eine "hässliche und unbedeutende Bewegung".

Portugal denkt über Abzug von Polizisten nach

Portugal erwägt im Fall einer Intensivierung der Kämpfe den Abzug seiner Polizisten aus dem Irak. Sollte sich der Konflikt verschärfen und die Polizei ihre Aufgabe nicht länger erfüllen können, "werden wir abziehen müssen", sagte Innenminister Antonio Figueiredo Lopes am Freitag in einem Interview mit dem Radiosender Antena 1. Portugal hat in Nassiriya im Süden des Irak 128 Polizisten stationiert.

Die konservative portugiesische Regierung, die die Irak-Politik von US-Präsident George W. Bush unterstützte, entsandte die Polizisten, nachdem der sozialistische Präsident Jorge Sampaio seine Zustimmung zu einer Entsendung von Soldaten ohne UNO-Mandat verweigert hatte. Sampaio steht den portugiesischen Streitkräften vor. (APA/AP/Red)

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