Erweiterungskommissar Verheugen klagt über EU-Pessimismus

19. April 2004, 17:02
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"Die Deutschen müssen ein paar harte Wahrheiten endlich begreifen"

Essen - Zwei Wochen vor der Aufnahme zehn neuer Staaten in die EU hat Erweiterungskommissar Günter Verheugen (SPD) den Europa-Pessimismus in Deutschland beklagt. Die EU werde nicht mehr als "gigantisches Friedenssicherungsprojekt" wahrgenommen, sondern "als Folie für alles Negative im banalen Alltag", sagte Verheugen der in Essen erscheinenden "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung".

Fälschlicherweise machten viele Menschen die EU-Erweiterung für die Produktionsverlagerung in Billiglohnländer verantwortlich. "Dagegen ist kein Kraut gewachsen, und das hat auch gar nichts mit der Erweiterung zu tun, sondern ist Ausdruck der Globalisierung", so Verheugen. "Die Deutschen müssen ein paar harte Wahrheiten endlich begreifen. Man kann nicht die höchsten Löhne und Sozialleistungen behalten und gleichzeitig nur die niedrigsten Preise selbst für hochwertige Produkte wie Autos, Fernseher oder Kühlschränke bezahlen wollen." (APA/dpa)

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