Ärzte fürchten "komplettes Desaster"

20. April 2004, 14:31
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Ärztekammer warnt vor "gesundheitspolitischem Desaster

Wien - Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) hat am Freitag vor einem "gesundheitspolitischen Desaster" gewarnt. Die Drohung von Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (VP), ein Gesetz zu erlassen, sollten sich Ärzte und Wiener Gebietskrankenkasse nicht auf dem Verhandlungsweg einigen, hält ÖÄK-Präsident Reiner Brettenthaler für "kontraproduktiv: Es ist politisch sicher nicht sinnvoll, Gesetze gegen Patienten und Ärzte zu machen".

Man wundere sich, dass Rauch-Kallat sich offenbar von der Wirtschaft - deren Vertreter im Verwaltungsrat zum zweiten Mal den Wiener Kassenvertrag ablehnten - in die Pflicht nehmen lasse. Dass die Ärztekammer die Verhandlungen über Chefarztpflicht neu, Gesundenuntersuchung und E-Card ausgesetzt haben, sei keine "Trotzreaktion" gegenüber dem Hauptverband, meinte Brettenthaler. Der Verwaltungsrat habe mit seinem Nein zu einem von der Hauptverbandsgeschäftsführung abgesegneten Vertrag dem Gremium offensichtlich das Vertrauen entzogen. Unter diesen Vorzeichen seien Verhandlungen nicht sinnvoll.

Auch der Kurienchef der niedergelassenen Ärzte, Jörg Pruckner, sieht nach dem Eklat um den Wiener Vertrag die Gefahr eines "kompletten gesundheitspolitischen Desasters". (APA, nim, DER STANDARD, Printausgabe 17./18.4.2004)

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