Außenminister spielt mögliches Nein im Zypern-Referendum herunter

20. April 2004, 12:07
2 Postings

Ratspräsident: EU will zum 1. Mai die ganze Insel aufnehmen

Tullamore - Der zypriotische Außenminister George Iacovou erwartet keine besonderen Probleme, falls seine Landsleute kommende Woche gegen den UN-Plan zur Wiedervereinigung der geteilten Insel stimmen sollten. Seine Regierung sei immer für die Wiedervereinigung vor dem EU-Beitritt am 1. Mai gewesen, allerdings sei der Zeitplan dafür möglicherweise zu eng abgesteckt worden, sagte Iacovou am Freitag im irischen Tullamore am Rande des informellen EU-Außenministertreffens. So sollten in den Verhandlungen mit der türkisch-zypriotischen Volksgruppe innerhalb nur eines Monats viele offene Fragen gelöst werden.

Sollten die griechischen Zyprioten in dem Referendum den von UN-Generalsekretär Kofi Annan vorgelegten Plan zurückweisen, werde dies für sie keine negativen Folgen haben, sagte der Minister. Die Türken hätten 29 Jahre lang die Wiedervereinigung abgelehnt, ohne dass ihnen das geschadet habe. Im Gegenteil sei die Türkei zum EU-Beitritt eingeladen worden, sagte Iacovou. Der irische Außenminister Brian Cowen bekräftigte zum Auftakt der Beratungen den Wunsch der EU, die Verhandlungen zwischen beiden Volksgruppen eine Wiedervereinigung ermöglichen würden.

Meinungsumfragen zufolge wird bei dem Referendum am 24. April eine Mehrheit der türkischen Zyprioten die Wiedervereinigung befürworten, während sie beim griechischen Bevölkerungsteil mehrheitlich auf Ablehnung stoßen wird. Ohne Wiedervereinigung Zyperns wird zum 1. Mai der EU-Beitritt nur im griechisch-zypriotischen Süden rechtswirksam. (APA/AFP)

Share if you care.