Bush und Blair: "Wir werden nicht wanken!"

19. April 2004, 09:56
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US-Präsident und britischer Premier halten an Plänen zur Machtübergabe im Irak fest und wollen UNO stärker einbinden

Bagdad/Washington - US-Präsident George W. Bush und der britische Premierminister Tony Blair halten trotz der eskalierenden Gewalt im Irak an ihren Plänen zur Machtübergabe am 30. Juni fest. "Wir werden nicht wanken", sagte Bush am Freitag nach einem Gespräch mit Blair im Weißen Haus. Beide äußerten Unterstützung für einen Plan der Vereinten Nationen, der die Auflösung des provisorischen Regierungsrats und die Einsetzung einer vom irakischen Volk akzeptierten Übergangsregierung vorsieht.

Bush und Blair betonten angesichts der anhaltenden Angriffe auf die Koalitionstruppen und Zivilisten ihre Entschlossenheit, ihre Aufgabe im Irak zu Ende zu führen. Die Anstrengungen würden verdoppelt, damit die Iraker in wachsendem Maße ihre Verantwortung für Sicherheit und Gesetz und Ordnung wahrnehmen könnten. Bush räumte ein, dass die vergangenen Wochen schwierig gewesen seien. Nach seinen Worten versuchten Extremisten und Terroristen, im Irak die Macht an sich zu reißen.

Zentrale Rolle für die UNO

Die Vereinten Nationen sollen nach den Worten Blairs eine zentrale Rolle bei der Ausarbeitung eines Programmes für die politische Umwandlung des Irak in eine Demokratie spielen. Blair, der zuvor in New York mit UNO-Generalsekretär Kofi Annan gesprochen hatte, hält vor der geplanten Übergabe der Souveränität im Irak am 30. Juni eine neue Resolution des UNO-Sicherheitsrats für notwendig.

Die Konfrontation zwischen der amerikanischen Besatzungsmacht und irakischen Milizen verschärfte sich unterdessen. Anhänger des radikalen irakischen Predigers Muktada al Sadr lieferten sich am Freitag nahe Kufa Gefechte mit US-Soldaten. Auch aus Falludscha und Nadschaf wurden Kämpfe gemeldet.

Sadr kündigte in seiner Freitagspredigt in Kufa an, er werde seine Miliz nicht auflösen. Schuld am Blutvergießen im Irak seien die Besatzer und der Regierungsrat. Am Donnerstag hatte ein Sprecher Sadrs erklärt, dieser sei zu einer Umwandlung der Miliz in eine politische Organisation bereit. Im Gegenzug sollten die US-Truppen die heiligen Städte der Schiiten verlassen. (APA/dpa/AFP)

  • Blair und Bush bei ihrem Treffen im Weißen Haus.
    foto: epa/shawn thew

    Blair und Bush bei ihrem Treffen im Weißen Haus.

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