Spanien: Valencia wittert Verschwörung

23. April 2004, 12:09
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Spitzenreiter ortet Verschwörung zu Gunsten Reals - Die Königlichen gewinnen das Derby bei Atletico 2:1 - Fan-Troubles vor der Partie

Madrid - In der Schlussphase der Fußballsaison wächst in Spanien der Ärger über eine Serie von Fehlentscheidungen der Schiedsrichter. Spitzenreiter Valencia glaubt gar an eine Verschwörung zu Gunsten des Rekordmeisters Real Madrid. "Es ist nicht das erste Mal, dass man versucht, uns die Meisterschaft zu stehlen", beklagte sich Valencias Klubpräsident Jaime Orti.

Der Anlass für den Ärger war eine Elfmeter-Entscheidung am Sonntag gegen die Valencia gewesen, die nach einhelliger Ansicht der Sportpresse falsch war. Der Russe Waleri Karpin nutzte den Strafstoß zum 2:0 für Real Sociedad. Valencia glich in den Schlussminuten noch zum 2:2 aus und verteidigte damit die Tabellenführung auf Grund des besseren Torverhältnisses vor Real.

Die "Königlichen" hatten sich bereits am Vortag bei ihrem 2:1-Sieg beim Lokalrivalen Atletico vorhalten lassen müssen, mit der Hilfe des Schiedsrichters zum Erfolg gekommen zu sein. Beim Siegtreffer Reals hatte der Referee ein Foul am Atletico-Torwart und eine Abseitsstellung übersehen. Die Valencianer hatten schon vor Wochen von einer "Verschwörung" gesprochen, als sie im Bernabeu in der Schlussminute durch einen höchst umstrittenen Elfmeter für Real um den Sieg gebracht wurden.

Der Rekordmeister wies die Verdächtigungen energisch zurück. "Wenn ein Referee sich zu Gunsten von Real irrt, wird gleich eine Staatsaffäre daraus", meinte Sportdirektor Emilio Butragueno. "Aber wenn wir benachteiligt werden, sagt niemand etwas."

Real Madrid Derby-Sieger

Schon nach fünf Minuten lag das von Fans und Medien unter Druck geratene Starensemble aus Madrid im Stadtderby bei Atletico nach einem Treffer von Solari 1:0 in Führung. Diese hielt bis in die zweite Halbzeit, als Veljko Paunovic per Elfmeter ausglich. Real-Verteidiger Francisco Pavon hatte den eingewechselten Demis Nikolaidis geschubst und wurde ausgeschlossen. In Überzahl agierte Atletico zwar überlegen, die Entscheidung zu eigenen Gunsten führte aber Real herbei. Und zwar in Gestalt von Helguera, der 13 Minuten vor Schluss das Siegestor köpfelte.

Real-Hooligans schlägerten

Im Vorfeld des Matches kam es zu schweren Ausschreitungen. Rund 80 Hooligans der radikalen Real-Anhänger-Gruppe Ultra Sur versuchten, mit gefälschten Tickets ins Vincente Calderon-Stadion zu gelangen. Nachdem ihnen der Zugang verweigert worden war, probierten sie, gewaltsam ins Stadion einzudringen. Sicherheitskräfte des Stadions sowie Polizisten wurden bei den Zusammenstößen mit einem Hagel von Steinen und anderen Wurfgeschossen angegriffen. Auch rivalisierende Fangruppen machten den Sicherheitskräften zu schaffen.

Das Match sollte eigentlich im Zeichen des Friedens stehen. Ein Großteil des Erlöses geht nämlich an die Familien der 191 Opfer der Terroranschläge vom 11. März. Diverse Fangruppen hatten sich deshalb schon am Abend vor dem Atocha Stadion in Madrid zu einer Schweigeminute eingefunden.

Murcia steigt ab

Nach dem 0:1 gegen Betis Sevilla steht Murcia als erster Absteiger fest. Das Team von Trainer John Toshack, der Ende Jänner das Amt beim Aufsteiger übernommen hatte, weist 16 Punkte Rückstand auf die rettenden Plätze auf und kann somit den zehnten Abstieg der Vereinsgeschichte nicht mehr verhindern. (APA/Reuters/rob/red)

Spanien - 33. Runde:

Samstag:

  • Deportivo La Coruna - Valladolid 1:1 Ex-Austrianer Djalminha erzielte in der 56. Minute aus einem Elfmeter den Ausgleich für La Coruna
  • Athletic Bilbao - Real Saragossa 4:0
  • Atletico Madrid - Real Madrid 1:2

    Sonntag:

  • Albacete - Celta Vigo 0:2
  • Mallorca - Villarreal 1:2
  • Osasuna Pamplona - Espanyol Barcelona 1:3
  • Real Murcia - Betis Sevilla 0:1
  • FC Sevilla - Santander 5:2
  • Valencia - San Sebastian 2:2
  • Barcelona - Malaga 3:0
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      Reals Louis Figo zieht an Atleticos Fernando Macedo vorbei

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