Wie Österreich am Urwald nagt

22. April 2004, 15:39
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Illegal geschlägertes Holz kursiert auch hierzulande - WWF appelliert an Möbelhäuser

Wien - In Österreich kursiert illegal gefälltes Holz aus Urwaldregionen. Das zeigt eine am Freitag veröffentlichte Analyse der Umweltorganisation "World Wide Fund For Nature" (WWF). "Illegales Holz ist eine Hauptursache für die weltweite Urwaldzerstörung. Geht es in dem Tempo derart unkontrolliert weiter, verliert die Erde sehr bald ihre grünen Lungen", so Marc-Alexander Groß, Waldexperte des WWF Österreich. Die Umweltschützer fordern daher mehr Transparenz über die Holzherkunft: Händler sollen Farbe bekennen, Konsumenten nachfragen.

Rund ein Drittel der direkt nach Österreich importierten Tropenhölzer und ein Viertel des russischen Holzes sind laut WWF vermutlich illegal gefällt oder gehandelt. "Die Dunkelziffer ist allerdings noch viel größer", so Groß.

Holzhändler und Käufer sind sich oftmals nicht darüber im Klaren, dass sie illegales Holz verkaufen beziehungsweise erwerben, meint Christina Wolf-Petre, WWF-Expertin für Holzindustrie. Deshalb sei es notwendig, dass führende Händler wie Lutz, Leiner, Bauhaus und Hagebau sich der Verantwortung für die Wälder stellen und darauf achten, woher der Rohstoff ihrer Holzprodukte stammt. Auch Kunden sollten sich vor dem Kauf ihrer Gartenmöbel, Saunabänke oder Parkettböden über den Ursprung ihres Holzes informieren. Eine Möglichkeit dazu bietet der WWF mit einer E-Mail-Aktion, wo Konsumenten direkt bei den größten Möbel- und Baumärkten Österreichs den Ursprung des gewünschten Holzes erfragen können. (APA)

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