Das Robbenschlachten geht weiter

22. April 2004, 15:39
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Bisher etwa 280.000 der Tiere getötet - Protestaktion von Greenpeace

Toronto - Die kanadische Regierung verlängert die Jagd auf Robben vor der Ostküste des Landes um einen Monat. Zur Begründung sagte eine Sprecherin des Fischereiministeriums am Donnerstag, die Quote von 350.000 zur Tötung freigegebenen Sattelrobben sei noch nicht erreicht. Bisher seien etwa 280.000 der Tiere getötet worden. Daher könne das Schlachten bis zum 15. Mai fortgesetzt werden.

Die Quote in diesem Jahr war die höchste seit Einführung einer Begrenzung in den 60er Jahren. Die Regierung in Ottawa befürwortet die Jagd, um wirtschaftlich schwache Küstenregionen zu unterstützen. Im vergangenen Jahr setzte die Robbenindustrie umgerechnet 12,4 Millionen Euro um. Abnehmer der Felle waren vor allem Norwegen, Dänemark und China.

Umstrittener Ablauf

Tierschützer sehen in der alljährlichen Jagd ein grausames Abschlachten der Robben mit Gewehren und Knüppeln. Viele Robben seien noch am Leben, wenn sie gehäutet würden oder trieben verletzt im Wasser. Die kanadische Regierung bestreitet dies.

Die Jagd vor der Küste Neufundlands, an der rund 12.000 Jäger beteiligt sind, sollte ursprünglich am 13. April enden. Vom 26. bis 30. März war bereits im Golf des St.-Lawrence-Stroms vor Quebec die Jagd auf die Robben freigegeben worden.

Protestaktion

Mit dem Verschütten von 4700 Litern rot gefärbten Wassers im Garten der kanadischen Botschaft in Den Haag haben niederländische Greenpeace-Aktivisten gegen das Abschlachten von Robben in dem nordamerikanischen Land protestiert. Wie Greenpeace-Sprecherin Maartje van Boekel sagte, verlief die Aktion ohne Zwischenfälle. "Die Botschaft erinnert ein bisschen an das von Blut rot gefärbte Packeis in Kanada, wo das Massaker an den Robben weitergeht."

Die Umweltschutzorganisation überreichte der Botschaft einen Brief, in dem sie die kanadischen Behörden zum sofortigen Stopp des kommerziellen Robbenschlachtens aufrief. (APA/AP)

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