Unter den Reichen rangieren "Reiche aus der Showbranche" weit unten

16. April 2004, 12:48
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Erfinder der Superstar-Shows gesellte sich spektakulär rasch in die Liga der Spitzenverdiener

London - Sechs Jahre lang war Paul McCartney im britischen Show-Business Spitze - was das Einkommen angeht. Nun wurde der Exbeatle von einem gebürtigen Australier auf Platz zwei verdrängt: Musikproduzent Clive Calder führt mit einem Vermögen von mindestens 1,2 Milliarden Pfund (1,8 Milliarden Euro) die von der "Sunday Times" erstellte Liste der Reichen im Showgeschäft an, wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtete.

Dabei ist Calder einer der wenigen Neulinge auf der Liste. Seinen kometenhaften Aufstieg an ihre Spitze verdankt der 57-Jährige dem Verkauf der Plattenfirma Zomba, die Stars wie Britney Spears und "NSync unter Vertrag hatte, an den Musikkonzern BMG. Mit dem 1,2-Milliarden-Deal ließ er McCartney weit hinter sich, dessen Vermögen mit 760 Millionen Pfund gegenüber dem Vorjahr unverändert blieb.

Hinter McCartney folgt Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling mit 435 Millionen Pfund. Im Bereich Film und Fernsehen wurde die Schriftstellerin dank der Verfilmung ihrer Kinderbücher sogar erste. Musical-Komponist Andrew Lloyd Webber ist der Liste zufolge 400 Millionen Pfund schwer.

Aktuelle Popstars verdienen im Vergleich bescheiden<>

Verglichen mit diesen Summen sind die Einkommensverhältnisse aktueller Popstars mit britischem Pass geradezu bescheiden: Madonna und ihr Mann, der Filmregisseur Guy Ritchie, kommen zusammen auf 215 Millionen; das Schauspielerpaar Catherine Zeta-Jones und Michael Douglas auf 160, Ozzy und Sharon Osbourne auf 100 Millionen Pfund. Auch Altrocker Mick Jagger von den Rolling Stones kann Ex-Beatle McCartney finanziell gesehen nicht das Wasser reichen: Auf 180 Millionen Pfund wird sein Vermögen geschätzt, damit liegt er knapp vor Elton John und Sting mit je 175 Millionen.

Spektakuläre Aufstiege

Einen spektakulären Aufstieg legte neben Spitzenverdiener Calder der Urvater aller Superstar-Shows hin, Simon Fuller. Jedes Mal, wenn sein ursprünglich "Talent Show" genanntes Konzept in Deutschland oder anderswo kopiert wird, streicht Fuller Lizenzgebühren ein - und konnte damit sein Vermögen allein im vergangenen Jahr von 90 auf 220 Millionen Pfund steigern.

Unter den Reichen rangieren "Showreiche" weit unten

So beeindruckend diese Zahlen auch klingen - Spitze sind die Genannten nur im Show-Business. In einer branchenübergreifenden Liste, die die "Times" noch unter Verschluss hält, kommt keiner von ihnen in die britischen Top Ten. Calder liege dort gerade einmal auf Platz 23, berichtet PA. Die jährlich erscheinende Liste basiert auf Vermögenswerten wie Land, Immobilien, Firmenanteile oder Kunstwerke. Auf Bankkonten gelagertes Geld wird nicht eingerechnet.(APA)

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    "Superstar" Erfinder Simon Fuller hat sich mit einer guten Idee in die Spitzenverdienerliste gebracht

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