Ausgebremst auf der Infobahn

23. April 2004, 10:28
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Standard-Technologiegespräch über mobile Arbeitswelten in Linz

Rund 434.000 Arbeitnehmer verbringen in Österreich, laut letztem Inset Mobile Business Report, mehr als ein Viertel der durchschnittlichen Arbeitszeit außerhalb der üblichen Büroumgebung. Eine mobile Vernetzung wird dabei unumgänglich. Diese rasante Entwicklung und das Verschwinden der Trennung zwischen Beruf und Freizeit fordern aber auch Opfer auf der User-Seite und die Gefahr eines Verlustes des sozialen Aspektes scheint in der Cyberwelt immer größer zu werden.

Das dritte Technologiegespräch von EC-Austria und dem STANDARD brachte Experten zusammen, um Auswirkungen zu diskutieren. Das Hauptproblem: Die mobile Technik laufe regelrecht davon, der Benutzer werde auf der Infobahn quasi ausgebremst, waren sich Experten und Publikum einig.

"Wenn man regelmäßig in Bezug auf technische Geräte sagen muss, dass man sich mit bestimmten Dingen nicht auskennt, hat dies Auswirkungen auf die Psyche", warnt Usability-Forscherin Verena Seibert-Giller. Da die Trennung zwischen Beruf und Privatleben durch die "Dauervernetzung" verschwinde, müsse sich der Benutzer selbst "Transferzeiten schaffen. Ausschalten und Ausspannen muss trotz des Fortschritts ein zentraler Lebensinhalt bleiben", verlangt Andreas Kern vom Mobilfunker One. Benutzer müssten aber auch selbst aktiv werden, sich mit neuen Entwicklungen auseinander setzen. "Jeder muss selbst herausfinden, was er braucht und was nicht", erklärte Walter Weihs, Vorstand der Software AG Österreich. (mro DER STANDARD Printausgabe 16. April 2004))

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