Daumenlutschen, Zahnverlust und Zungengitter

22. April 2004, 15:10
3 Postings

Es gilt eine vermeintlich "niedliche" Gewohnheit zu verändern, die gesundheitliche Schäden hervorrufen kann

Neu Isenburg - Mit einem so genannten Zungengitter kann Kindern das Daumenlutschen innerhalb kurzer Zeit abgewöhnt werden. Dabei handelt es sich um eine Spezialspange, die an den Backenzähnen fixiert wird, berichtete der Kieferorthopäde Peter Bailly aus Frankfurt/Main in der deutschen "Ärzte Zeitung". Lassen Eltern ihre Kinder am Daumen oder Bettzipfel dauernd nuckeln, drohen später Zahnfehlstellungen, Parodontose und vorzeitiger Zahnverlust.

Zahnfehlstellungen sind laut Bailly weit verbreitet und können mit einem gestörten Kauen, Beißen oder Sprechen einhergehen. Bei jedem zweiten Kind oder Jugendlichen in Deutschland bestehe ein medizinischer Grund für eine kieferorthopädische Behandlung. Etwa ein Drittel der Zahnfehlstellungen sei angeboren. Zwei Drittel gingen auf Daumenlutschen, den langen Gebrauch eines Schnullers oder auch Krankheiten zurück.

"Werden Schnuller über das dritte Lebensjahr hinaus benutzt, sollte man regelmäßig das Gebiss kontrollieren", sagte Bailly. Über das vierte Lebensjahr hinaus habe der Schnullergebrauch mit Sicherheit negative Folgen für die Zähne. Aus Vorsorgegründen sollte sich daher jedes Kind im Alter von acht bis neun Jahren vom Kieferorthopäden einmal untersuchen lassen. So könne beispielsweise eine gestörte Abbeißfunktion rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Besonders wenn Kinder und Jugendliche sich noch im Wachstum befänden, sei eine Korrektur der Zahnfehlstellung gut möglich. (APA/AP)

Share if you care.