Fall Cheibani: Weitere Vorerhebungen gegen vier Polizisten

16. April 2004, 19:04
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Medizinisches Gutachten verstärkt Verdacht, dass die Beamten "nicht alles getan haben", um den Tod des Mauretaniers zu verhindern

Wien - Im Fall Cheibani W. gehen weiter die Wogen hoch: Die Staaatsanwaltschaft hat die Vorerhebungen gegen vier Polizisten ausgeweitet. Es bestehe der Verdacht, dass die Beamten nicht alles getan haben, um den Tod von W. zu verhindern, heißt es bei der Staatsanwaltschaft Wien. Der Mauretanier starb im Juli 2003 bei einer Festnahme in Wien in Anwesenheit eines Notarztes und von Polizeibeamten.

Medizinisches Gutachten verstärkt Verdacht

Wie die Staatsanwaltschaft Wien am Freitag gegenüber der APA bestätigte, richten sich diese gegen vier Beamte, die an der Amtshandlung beteiligt waren. Als Grund nannte der erste Staatsanwalt, Otto Schneider, die Ergebnisse eines notfallmedizinischen Gutachtens. Der Verdacht bestehe, dass die vier Beamten "nicht alles getan haben", um den Tod des Mauretaniers zu verhindern.

Innenministerium hat gegen UVS-Bescheid Amtsbeschwerde eingelegt

Das Vorgehen der Polizei war bereits von einem unabhängigen Verwaltungssenat als teilweise rechtswidrig eingestuft worden. Auf Anregung der Bundespolizeidirektion Wien hat das Innenministerium am 7. April dagegen eine Amtsbeschwerde - das in diesem Fall zur Anwendung kommende Rechtsmittel - eingebracht, erklärte ein Sprecher des Ministeriums.

Die Beamten sollen in den nächsten Wochen von der Untersuchungsrichterin, so Schneider. (APA)

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