Sun tief in den roten Zahlen - Manager werden ausgetauscht

23. April 2004, 10:27
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Im dritten Quartal 760 Millionen Dollar Verlust - "Sie haben noch einen weiten Weg, um aus dem Gröbsten herauszukommen"

Der US-Computer- und Softwarekonzern Sun Microsystems hat im abgelaufenen Quartal einen deutlichen Verlust von 760 Millionen Dollar (638 Millionen Euro) oder 23 Cent je Aktie verbucht. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Verlust von 0,07 Dollar je Aktie gerechnet.

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Ursachen für die Verluste bei Sun Microsystems waren nach Unternehmensangaben hohe Kosten für Umstrukturierungen und ein anhaltender Umsatzrückgang. Der Verlust entsprach aber der Anfang April nach unten veränderten Prognose des Unternehmens. Die Sun-Aktie fiel nachbörslich leicht auf 4,37 Dollar von 4,42 Dollar zum Handelsschluss.

Das Unternehmen kündigte zudem weitere Umstrukturierungen im Bereich Hardware, seinem Kerngeschäft, an. Zwei führende Manager - Marketing- und Strategiechef Mark Tolliver sowie der Chef des Servergeschäfts Neil Knox - werden das Unternehmen verlassen.

Nachdenklich

"Wir hören auf die Märkte, auf unsere Kunden und vor allem auf unsere Aktionäre, die Beweise für substanzielle Veränderungen erwarten, um Sun Microsystems wieder zu beleben", sagte Präsident und Chief Operating Officer (COO) Jonathan Schwartz. Er war am 2. April von CEO Scott McNealy auf den Posten berufen worden.

Im Vergleichsquartal des Vorjahres hatte das in Santa Clara in Kalifornien ansässige Unternehmen noch einen Gewinn von vier Millionen Dollar erwirtschaftet. Der Umsatz sei im dritten Quartal, das zum 28. März endete, auf 2,65 Milliarden Dollar von 2,79 Milliarden Dollar gefallen, teilte das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss außerdem mit.

Problematik

Sun Microsystems ist in den vergangene Jahren vor allem durch das frei verfügbare Betriebssystem Linux unter Druck geraten sowie durch die Entscheidung vieler Kunden für Server mit Intel-kompatiblen Prozessoren und Microsoft- Betriebssystemen. "Sie haben noch einen weiten Weg, um aus dem Gröbsten herauszukommen", sagte Thomas Murphy, Analyst bei Meta Group. (APA/Reuters)

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