IBM auf Gewinnkurs - Sun Microsystems in Verlustzone

25. April 2004, 18:32
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Weltgrößter Computerkonzern meldet auch Umsatzanstieg auf 22,2 Milliarden Dollar

New York/San Francisco - Der weltgrößte Computerkonzern International Business Machines (IBM) hat am Donnerstag einen weiteren Gewinnanstieg vermeldet. Auch der Umsatz stieg dank einer boomenden Nachfrage nach Servern und Großrechnern. Für das Gesamtjahr 2004 zeigte sich der Konzern optimistisch. IBM-Konkurrent Sun Microsystems hat im Gegensatz dazu im abgelaufenen Quartal einen deutlichen Verlust von 760 Millionen Dollar (638 Mill. Euro) oder 23 Cent je Aktie verbucht. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Verlust von 0,07 Dollar je Aktie gerechnet.

IBMs Nettogewinn sei in den ersten drei Monaten auf 1,60 Milliarden Dollar oder 93 Cents je Aktie nach 1,38 Milliarden Dollar oder 79 Cents vor einem Jahr gestiegen, teilte der in Armonk im US-Bundesstaat New York ansässige Konzern mit. Der Umsatz aus dem fortgeführten Geschäft sei um elf Prozent auf 22,2 Milliarden Dollar gestiegen. Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn je Aktie von 93 Cent und einem Umsatz von 21,93 Milliarden Dollar gerechnet. Die aktuellen Analystenprognosen für das laufende Jahr bezeichnete IBM-Finanzchef James Joyce als "vernünftig".

Palmisano zeigt sich enthusiastisch

Von Reuters befragte Analysten rechneten zuletzt für 2004 bei IBM mit einem Gewinn von 4,93 Dollar je Aktie und einem Umsatz von 95,73 Milliarden Dollar. Auch IBM-Chef Samuel Palmisano zeigte sich weiter enthusiastisch über die Aussichten für 2004.

In seiner Mikrochip-Sparte verbuchte IBM den Angaben zufolge einen operativen Verlust von 154 Millionen Dollar. Das Volumen der neuen Service-Verträge bezifferte IBM auf mehr als zehn Milliarden Dollar. Die Zahl ist wichtig, da sie als Indikator für zukünftiges Umsatzwachstum gilt.

Sun: Hohe Umstrukturierungskosten

Ursachen für die Verluste bei Sun Microsystems waren nach Unternehmensangaben hohe Kosten für Umstrukturierungen und ein anhaltender Umsatzrückgang. Der Verlust entsprach aber der Anfang April nach unten veränderten Prognose des Unternehmens. Die Sun-Aktie fiel nachbörslich leicht auf 4,37 Dollar von 4,42 Dollar zum Handelsschluss.

Das Unternehmen kündigte zudem weitere Umstrukturierungen im Bereich Hardware, seinem Kerngeschäft, an. Zwei führende Manager - Marketing- und Strategiechef Mark Tolliver sowie der Chef des Servergeschäfts Neil Knox - werden das Unternehmen verlassen.

"Hören auf die Märkte"

"Wir hören auf die Märkte, auf unsere Kunden und vor allem auf unsere Aktionäre, die Beweise für substanzielle Veränderungen erwarten, um Sun Microsystems wieder zu beleben", sagte Präsident und Chief Operating Officer (COO) Jonathan Schwartz. Er war am 2. April von CEO Scott McNealy auf den Posten berufen worden.

Im Vergleichsquartal des Vorjahres hatte das in Santa Clara in Kalifornien ansässige Unternehmen noch einen Gewinn von vier Millionen Dollar erwirtschaftet. Der Umsatz sei im dritten Quartal, das zum 28. März endete, auf 2,65 Milliarden Dollar von 2,79 Milliarden Dollar gefallen, teilte das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss außerdem mit.

Sun Microsystems ist in den vergangene Jahren vor allem durch das frei verfügbare Betriebssystem Linux unter Druck geraten sowie durch die Entscheidung vieler Kunden für Server mit Intel-kompatiblen Prozessoren und Microsoft- Betriebssystemen. "Sie haben noch einen weiten Weg, um aus dem Gröbsten herauszukommen", sagte Thomas Murphy, Analyst bei Meta Group.(APA/Reuters)

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