USA verlängern Irak-Einsatz um 90 Tage

16. April 2004, 17:41
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Rumsfeld: Lage in Falluja unter Kontrolle

Washington - Das US-Verteidigungsministerium hat die Verlängerung des Irak-Einsatzes von rund 20.000 US-Soldaten bestätigt. Die betroffenen Soldaten würden bis zu 90 Tage länger im Irak bleiben als ursprünglich geplant, sagte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am Donnerstag in Washington. Noch einen weiteren Monat länger könnten die Soldaten insgesamt eingesetzt werden, ehe sie nach Hause zurückkehren könnten. Die Maßnahme betreffe aber nicht alle im Irak eingesetzten US-Soldaten, betonte Rumsfeld. Bereits am Mittwoch hatte ein hochrangiger US-Militär in Washington die Einsatzverlängerung angekündigt.

Zur Situation in der umkämpften zentralirakischen Widerstandshochburg Falluja sagte Rumsfeld, die US-Truppen hätten die Lage inzwischen weitgehend unter Kontrolle. Die Lage im Süden des Iraks stabilisiere sich ebenfalls, fügte der Minister unter Berufung auf Chef des US-Zentralkommados, General John Abizaid, hinzu. Berichte über hunderte von US-Soldaten getötete Zivilisten in den vergangenen Tagen wies Rumsfeld als "teuflisch, unzutreffend und unentschuldbar" zurück. Zu Wochenbeginn hatte Abizaid mitgeteilt, im Pentagon zwei zusätzliche Brigaden angefordert zu haben. Derzeit sind rund 135.000 US-Soldaten im Irak stationiert. Mit einer groß angelegten Rotation sollen bis zum Sommer etwa 115.000 Mann ausgetauscht werden.

Die Bemühungen des radikalen Schiitenführers Muktada al Sadr um einen Volksaufstand liefen ins Leere, sagte der Pentagon-Chef weiter. Eine "kleine Bande von Terroristen" werde es nicht schaffen, das Schicksal von 25 Millionen Irakern zu bestimmen. Rumsfeld räumte ein, nicht mit der hohen Opferzahl durch irakische Aufständische in der vergangenen Woche gerechnet zu haben. "Ich hätte das nicht gedacht", antwortete Rumsfeld auf Journalistenfragen, ob er vor einem Jahr eine derartige Zuspitzung der Lage vorausgesehen habe. (APA/dpa)

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