In Tirol explodieren die Lkw-Zahlen

18. April 2004, 19:04
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Plus 25 Prozent bei den schweren Lkw am Brenner im Vergleich März 2003 zu März 2004 übertreffen selbst die schlimmsten Erwartungen

Innsbruck - Plus 25 Prozent bei den schweren Lkw am Brenner im Vergleich März 2003 zu März 2004 übertreffen selbst die schlimmsten Erwartungen nach dem Wegfall der Ökopunkteregelung. Wurden vor einem Jahr in Matrei im Schnitt täglich 4317 Laster gezählt, sind es nun 5387.

Georg Willi, Klubobmann der Grünen im Landtag, wirft der Landesregierung und insbesondere Verkehrsreferent Hannes Gschwentner (SP) Untätigkeit vor. Angesichts der neuerlichen und deutlichen Grenzwertüberschreitungen bei Stickoxiden und Feinstäuben an den Messstellen im Inntal verlangt Willi Sofortmaßnahmen.

Fahrverbot für bestimmte Güter

Gschwentner meint, er habe "den Anstieg bei den schweren Lkw in diesem Ausmaß befürchtet" und weist die Kritik zurück. Er habe veranlasst, dass die aktuellen Transitzahlen dem EuGH-Präsidenten Vassilios Skouris übermittelt werden, der dieser Tage über das vom EuGH ausgesetzte sektorale Fahrverbot für bestimmte Güter eine Entscheidung angekündigt hat.

Jedenfalls noch vor dem Sommer werde das Land Lkw-Fahrverbote zur Eindämmung des Ausweichverkehrs auf die Bundesstraße (in Breitenbach und zwischen Hall und Volders) erlassen sowie das bestehende Nachtfahrverbot für Lkw auf der A12 verlängern. Es sei notwendig, diese Beschränkungen mit Gutachten zu untermauern, damit sie "rechtlich halten", bittet Gschwentner um Geduld.

Derzeit ist die A12 bis 5 Uhr früh für Laster tabu, der Plan einer Verlängerung bis 8 Uhr stößt auf massiven Widerstand in der Tiroler Wirtschaft. Befürchtete Dauerstaus sind bei Georg Willi geradezu erwünscht. Dann wäre es möglich, nach Schweizer Vorbild aus Gründen der Verkehrssicherheit ein "Verkehrsdosierungssystem" anzuwenden, meint Willi. (hs, DER STANDARD Printausgabe 16.4.2004)

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