Endergebnis: Bisher höchster Sieg des ANC

21. Juli 2004, 19:03
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Knapp 70 Prozent der Stimmen erhalten - Auch Opposition gestärkt - Mit Infografik

Johannesburg - In Südafrika hat die Regierungspartei ANC bei den dritten freien Parlamentswahlen mit knapp 70 Prozent ihren bisher höchsten Wahlsieg errungen. Nach Angaben der Wahlkommission vom Samstagabend erhielt der ANC nach Auszählung aller Stimmen eine Mehrheit von 69,68 Prozent. Damit hat Nelson Mandelas Partei Afrikanischer National-Kongress (ANC) die bei den vorangegangenen Wahlen nur knapp verpasste Zwei-Drittel-Mehrheit problemlos erreicht. Von den 400 Abgeordnetensitzen stehen ihr nun 279 zu. Die liberale Demokratische Allianz (DA) kommt als stärkste oppositionelle Kraft auf 50 Sitze.

Präsident Thabo Mbeki dankte den Verantwortlichen für den Ablauf der als friedlich, frei und fair qualifizierten Wahl und rief alle Parteien zu einem konstruktiven Dialog auf. Der ANC, der seinen Sieg bereits am Vorabend in Johannesburg gefeiert hat, ist nun in allen Provinzen mit Abstand stärkste Partei.

In der hart umkämpften Provinz KwaZulu-Natal errang der ANC mit 46,98 Prozent der Stimmen 18 Abgeordnetensitze und verdrängte damit erstmals die zuvor dort dominierende Zulu-Partei IFP. Sie kam auf 36,82 Prozent oder 13 Sitze, kann allerdings möglicherweise noch gemeinsam mit der DA (8,35 Prozent) und anderen Parteien eine Koalitionsmehrheit bilden.

Präsident Thabo Mbeki, dem das Wahlergebnis eine zweite Amtszeit sichert, kündigte am Freitag einen Kampf gegen Armut, Verbrechen und Krankheit an.

Er werde die Erwartungen seiner Wähler nicht enttäuschen, erklärte Mbeki. Er wolle Arbeitsplätze schaffen und noch immer vorhandene Ungleichbehandlung reduzieren. Der Präsident wird am 27. April vereidigt, dem zehnten Jahrestag des Endes der Apartheid.

Am 23. April wird das neu gewählte Parlament zusammenkommen, um den Präsidenten wieder zu wählen. Rechtzeitig zum zehnten Jahrestag der ersten demokratischen Wahlen von 1994 wird Mbeki dann am 27. April feierlich eingeführt.

Trotz der überwältigenden Mehrheit wird ihm in der neuen Legislaturperiode ein stärkerer Wind aus den Reihen der Opposition entgegenwehen. Als überraschend gut wird das Abschneiden der liberalen Demokratischen Allianz (DA) von Tony Leon bewertets; sie konnte ihren Wähleranteil stark ausbauen. (red/APA/Susanne Bittorf, DER STANDARD, Printausgabe, 16.4.2004)

Stimmen- auszählung in einem Wahl- lokal in Johannesburg. Der regierende ANC schnitt den Erwartungen entsprechend ab. Die größte Oppositions- partei DA legte stark zu. Foto: Reuters/ Burditt
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